Brenntag weiter mit Problemen in Amerika - Prognose leicht reduziert

(Ausführliche Fassung)
09.11.2016 10:09

MÜLHEIM/RUHR (awp international) - Der Chemikalienhändler Brenntag blickt wegen eines nach wie vor schwierigen Geschäfts in Amerika etwas pessimistischer auf das laufende Jahr. "In Nordamerika erwarten wir eine anhaltend schwache Nachfrage und in Lateinamerika wird uns die schwierige gesamtwirtschaftliche Lage vor Herausforderungen stellen", schrieb Unternehmenschef Steven Holland in einem Aktionärsbrief am Mittwoch. Deshalb rechnet er beim operativen Ergebnis jetzt nur noch mit einem Wert am unteren Ende der bisherigen Spanne.

Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) wird jetzt zwischen 800 und 820 (2015: 807) Millionen Euro erwartet. Bisher hatte Brenntag einen operativen Gewinn von bis zu 840 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Mit besseren Geschäften rechnet Holland in Europa und Asien-Pazifik. Der pessimistischere Ausblick kam an der Börse nicht gut an. Die Aktie verlor im frühen Handel um 4,7 Prozent und war damit schwächster Wert im schwachen MDax.

Im dritten Quartal verharrte der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) mit rund 205 Millionen Euro in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Dabei sind etwa Transaktionskosten für eine gesellschaftsrechtliche Restrukturierung sowie Refinanzierung herausgerechnet. Während die Geschäfte in Europa und vor allem in Asien besser liefen und Brenntag dort zudem von seinen Zukäufen profitierte, belasteten vor allem die wirtschaftlichen Probleme das Amerika-Geschäft. Brenntag leidet in Nordamerika vor allem unter einer geringen Nachfrage aus der Öl- und Gasindustrie. In Lateinamerika macht die schwierige wirtschaftliche Lage in Brasilien dem Unternehmen zu schaffen.

Der Umsatz stagnierte von Juli bis September bei 2,6 Milliarden Euro. Damit verfehlte Brenntag die Erwartungen der Experten. Der auf die Aktionäre entfallende Gewinn ging leicht auf 93,4 Millionen Euro zurück. Weltweit beschäftigte Brenntag Ende September 2016 gut 14 400 Mitarbeiter. Grösster Konkurrent ist die US-Firma Univar aus Redmond im Bundesstaat Washington./mne/hoe/stb

(AWP)