Britische Grossbank Lloyds will Banklizenz für Berliner Niederlassung beantragen

Die britische Grossbank Lloyds zieht das Politikzentrum Berlin dem Finanzzentrum Frankfurt vor. Mit Blick auf den bevorstehenden Brexit wolle Lloyds die Niederlassung in Berlin in eine Tochtergesellschaft umwandeln. Möglicherweise werde man dafür schon Mitte 2017 eine Banklizenz in Deutschland beantragen, sagte Finanzchef George Culmer der "WirtschaftsWoche" laut Vorabmeldung vom Donnerstag.
23.02.2017 10:22

Das "Handelsblatt" hatte bereits in der Vorwoche unter Berufung auf Finanzkreise berichtet, dass Lloyds über den Umbau der Berliner Filiale in eine Europa-Zentrale nachdenke. Hintergrund ist der bevorstehende Austritt Grossbritanniens aus der Europäischen Union. Banken, die ihr EU-Geschäft bislang von London aus betreiben, brauchen deshalb eine neue Basis innerhalb der Grenzen der Gemeinschaft.

Lloyds wäre die erste Grossbank, die von der Spree aus ihre Europageschäfte erledigen würde. Bislang liebäugelten britische oder US-amerikanische Banken vor allem mit Frankfurt, Paris, Madrid oder Dublin. Lloyds Schwerpunkt liegt auf dem Heimatmarkt; die Bank hat nur vergleichsweise kleine Aktivitäten in der EU. Grossbritannien hatte Lloyds in der Finanzkrise mit einer milliardenschweren Kapitalspritze vor dem Untergang gerettet; die Bank berappelte sich aber wieder und wies für das vergangene Jahr einen Milliardengewinn aus./das/zb/fbr

(AWP)