Britischer Telekomkonzern BT Group darf Netzzugangssparte behalten

LONDON (awp international) - Der britische Telekomkonzern BT Group darf trotz der Beschwerden von Rivalen seine Netzzugangssparte behalten. Der Openreach genannte Geschäftsteil, der für die sogenannte letzte Meile der Netzanschlüsse in Grossbritannien zuständig ist, könne unter dem Konzerndach weiterbestehen, allerdings als rechtlich selbstständiges Unternehmen, teilte die Regulierungsbehörde Ofcom am Dienstag mit. Die BT-Aktie lag am Nachmittag mit fast 5 Prozent Plus an der Spitze des britischen Leitindex FTSE 100 . Die Deutsche Telekom ist mit rund 12 Prozent grösster BT-Aktionär.
26.07.2016 15:21

Konkurrenten wie Vodafone , Sky PLC und Talktalk hatten den britischen Festnetzprimus BT wegen seiner Openreach-Geschäftspraktiken heftig kritisiert. Die Rivalen müssen für den Zugang zu ihren Kunden die letzte Meile von Openreach anmieten und werfen BT unter anderem Diskriminierung und zu geringe Investitionen ins Netz vor. Ofcom schlug nun vor, dass Openreach sich stärker für die Konkurrenz öffnen müsse und einen unabhängigen Verwaltungsrat sowie grössere Budgetkontrolle bekommen solle.

Weiterer Streit ist aber sicher: Die BT Group will sich nämlich die ihren Angaben zufolge "unverhältnismässig kostspielige" rechtliche Abspaltung von Openreach ersparen. Diese dauere zu lange und sei zu komplex, hiess es in einer Reaktion. Das könne eine jahrelange Unsicherheit nach sich ziehen. Auch die Konkurrenz ist nicht restlos zufrieden, Vodafone etwa macht sich nach eigenen Angaben nach wie vor Sorgen um die Investitionen in die Infrastruktur. Auch Sky äusserte sich kritisch./men/she/stb

(AWP)