Britischer Versicherungskonzern Lloyd's denkt über Tochterfirmen in Europa nach

DÜSSELDORF (awp international) - Der britische Versicherungskonzern Lloyd's denkt angesichts des bevorstehenden Brexits über den Aufbau von Tochterfirmen in der EU nach. Er würde es zwar befürworten, wenn London die sogenannten "Passporting-Rechte" für die Branche beibehalte, sagte Verwaltungsratschef John Nelson dem "Handelsblatt" (Montag). Sollte Grossbritannien aber diese Rechte verlieren, die es Banken erlauben, Geschäfte mit der EU zu machen, dann würde der Versicherungskonzern ein alternatives Standbein in Europa aufbauen.
11.10.2016 09:59

Von dem bevorstehenden Austritt Grossbritanniens ist Nelson zufolge nur ein kleiner Teil des Geschäfts betroffen. "Rund elf Prozent unseres Geschäfts machen wir in der EU, aber ein Grossteil davon sind Rückversicherungen, welche nicht wirklich durch den Brexit beeinträchtigt werden", sagte er. Auch andere Versicherungsformen - wie Transport- und Marine-Policen - dürften davon kaum beeinflusst werden.

Die britische Premierministerin Theresa May hatte zuletzt angekündigt, das formale Austrittsverfahren nach Artikel 50 des EU-Vertrags bis Ende März einzuleiten. Die Mehrheit der Briten hatte in einem Referendum im Juni für den Austritt des Landes aus der EU gestimmt./mne/she/stb

(AWP)