British-Airways-Mutter IAG kappt Gewinnziel wegen Brexit

LONDON (awp international) - Die British-Airways-Mutter IAG streicht ihr Gewinnziel wegen der Entscheidung der Briten für den EU-Austritt erneut zusammen. Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn dürfte im laufenden Jahr nur noch um einen niedrigen zweistelligen Prozentsatz steigen, teilte die International Airlines Group (IAG) am Freitag in London mit. Vor der Brexit-Entscheidung hatte Walsh für den bereinigten operativen Gewinn noch eine Steigerung um 70 Prozent angepeilt. Nach dem Referendum hatte er das Ziel bereits auf eine "deutliche" Steigerung eingedampft.
29.07.2016 09:21

Als Gründe für die erneute führte IAG-Chef Willie Walsh neben der allgemeinen Verunsicherung infolge des Brexit-Votums den Wertverfall der britischen Währung an. Weil IAG in Euro bilanziert, seien die Einnahmen aus Grossbritannien in der Bilanz des Konzerns ausgerechnet in der wichtigen Reisezeit im Sommer weniger wert. Zudem dürfte nach den Terroranschlägen in Europa die Angst vieler Kunden die Nachfrage nach Flugtickets bremsen. Auch die Lufthansa , Easyjet und der Reiseveranstalter Thomas Cook haben ihre Gewinnziele bereits gekappt oder sogar gestrichen.

"Wir beobachten eine schwächere Nachfrage an unseren Verkaufsstellen in Grossbritannien, die ein Drittel unseres Umsatzes liefern", berichtete die IAG-Führung. Vor allem Tickets für die teurere Business Class seien weniger gefragt. Neben British Airways gehören zu IAG auch die spanischen Fluglinien Iberia und Vueling sowie die irische Aer Lingus .

Im zweiten Quartal, das kurz nach dem Brexit-Referendum zu Ende ging, konnte IAG den bereinigten operativen Gewinn nur leicht steigern. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum legte er um fünf Prozent auf 555 Millionen Euro zu. Damit schnitt der Konzern jedoch schwächer ab als von Analysten erwartet. Der Umsatz stieg um ein Prozent auf 5,7 Milliarden Euro. Der Überschuss wuchs dank eines Sondereffekts um gut ein Viertel auf 450 Millionen Euro./stw/zb

(AWP)