Bucher verzeichnet 2016 deutlich weniger Gewinn und kürzt Dividende

(Mit weiteren Angaben, insbesondere zu den Sparten ergänzt) - Der Industriekonzern Bucher Industries hat im Geschäftsjahr 2016 wie angekündigt einen Gewinnrückgang verzeichnet. Die Flaute im Bereich Landtechnik wegen der global tiefen Einkommen der Landwirte hat das Unternehmen erneut gebremst. Die Talsohle dürfte mittlerweile aber erreicht sein, denn für das laufende Jahr werden wieder steigende Umsätze prognostiziert, und die Massnahmen zur Anpassung der Kapazitäten dürften die Marge positiv beeinflussen.
07.03.2017 08:27

Der EBIT sank im Vergleich zum Vorjahr um gut 18% auf 169 Mio CHF und die entsprechende Marge um 120 Basispunkte auf 7,1%. Trotz des dritten Rückgangs in Folge hält sich diese damit im hohen einstelligen Prozentbereich. Die Hauptgründe für den Margenrückgang seien die Abnahme des Umsatzes bei den Landmaschinen sowie Einmalkosten bei den Kommunalfahrzeugen, teilte der Landmaschinen-, Anlagen- und Fahrzeugbauer am Dienstag mit.

DIVIDENDE ERNEUT GEKÜRZT

Der Reingewinn reduzierte sich um gut 15% auf 118,4 Mio, entsprechend soll auch die Dividende um 50 Rappen auf 5 CHF gekürzt werden. Insgesamt sei das Geschäftsjahr geprägt gewesen von der seit Jahren längsten und härtesten globalen Krise im Markt Landtechnik. Und der seit 2014 andauernde weltweite Rückgang habe sich fortgesetzt. Bei den Kommunalfahrzeugen hätten zudem im europäischen Markt grössere Ausschreibungen weitgehend gefehlt.

Damit hat Bucher die Erwartungen der Analysten zumindest mit dem Betriebsergebnis verpasst. Der AWP-Konsens für den EBIT lag bei 173,1 Mio CHF und für den Reingewinn nach Minderheiten bei 117,9 Mio. Für diesen wies das Unternehmen einen Wert von 118,7 Mio aus.

Bereits im Januar hatte die Gruppe den Umsatz gemeldet. Dieser sank 2016 um 4,4% auf 2,38 Mrd CHF. Bereinigt um Währungs- und Akquisitionseffekte ergab sich ein Minus von 6,7%. Verantwortlich für den klaren Rückgang war vor allem die grösste Sparte Landmaschinen (Kuhn Group). Der Auftragseingang des Gesamtunternehmens ging um 2,2% auf 2,39 Mrd zurück, bereinigt um 4,0%. Der Auftragsbestand lag hingegen per Ende Jahr mit 728 Mio CHF um 5,7% über dem Wert von Ende 2015.

MUNICIPAL MIT TIEFERER MARGE

Die Kuhn Group war vom global weiter nachgebenden Markt für Landtechnik betroffen. Rekordernten und eine Überproduktion von landwirtschaftlichen Rohstoffen bei stagnierender Nachfrage hätten zu weltweit sinkenden Einkommen der Landwirte und vor allem in Nordamerika zu einem besonders zurückhaltenden Investitionsverhalten geführt. Bei einem Umsatzrückgang von rund 13% reduzierte sich die EBIT-Marge um 2,2 Prozentpunkte auf 8,0%. Hier wurden allerdings verschiedene Massnahmen zur Anpassung der Kapazität eingeleitet.

Die Division Municipal (Kommunalfahrzeuge) steigerte Umsatz und Auftragseingang dank Akquisitionen leicht, sah sich aber mit Einmalkosten von 7 Mio CHF konfrontiert. Diese fielen für die laufende Konzentration der Kehrfahrzeugproduktion in Lettland und Grossbritannien an, für die Akquisition und Integration der Geschäfte mit Kanalreinigungsfahrzeugen und Müllpresscontainern sowie für Initiativen zur Qualitätsverbesserung. Dadurch fiel die EBIT-Marge um 4,7 Prozentpunkte auf 3,7% zurück.

Im Gegensatz dazu verbesserten die Divisionen Hydraulics (11,9%), Emhart Glass (7,1%) und Specials (8,0%) die EBIT-Margen jeweils.

BISHERIGER AUSBLICK BESTÄTIGT - RÜCKKEHR ZU WACHSTUM

Weiter bestätigt das Unternehmen den Ausblick vom vergangenen Februar. Demnach wird für das laufende Geschäftsjahr 2017 mit einer leichten Umsatzsteigerung und einer verbesserten Betriebsgewinnmarge gerechnet.

Insgesamt sei weiterhin mit ökonomischen Unsicherheiten zu rechnen. Für die grösste Division Kuhn Group geht Bucher von tiefen, aber stabilen Preisen für Ackerbauerzeugnisse aus. Ansteigende Milchpreise könnten zudem die Nachfrage in der Fütterungstechnik leicht beleben. Die 2016 eingeleiteten Massnahmen zur Verbesserung der Profitabilität sollten sich indes positiv auf die Kuhn Group auswirken.

Für die Division Bucher Municipal wird eine stabile Nachfrage für Kommunalfahrzeuge erwartet. Der Wegfall der Einmalkosten aus dem Jahr 2016 sowie die Konzentration der Produktion von Kehrfahrzeugen in Grossbritannien und Lettland sollten die Profitabilität günstig beeinflussen.

Für die Division Bucher Hydraulics sieht das Unternehmen eine Marktentwicklung wie im Vorjahr und für die Division Emhart Glass eine anhaltend lebhafte Nachfrage im Projektgeschäft. Bucher Specials dürfte gemäss den Prognosen einen höheren Umsatz mit den Getränketechnologien sowie mit den Automationslösungen von Jetter erzielen.

cf/rw

(AWP)