Bundeswehr fordert Schadenersatz für verspätete A400M-Lieferung

BERLIN (awp international) - Für die verspätete Auslieferung des neuen Transportflugzeugs A400M fordert die Bundeswehr Schadenersatz in Millionenhöhe. Allein für den vierten deutschen A400M - die zuletzt ausgelieferte Maschine - wurde beim Hersteller Airbus eine Summe von 12,7 Millionen Euro eingefordert. Das geht aus der am Dienstag bekannt gewordenen Antwort des Verteidigungsministeriums auf eine schriftliche Frage des Grünen-Abgeordneten Tobias Lindner hervor.
02.08.2016 13:50

Der Truppentransporter A400M soll die Transall-Maschinen ablösen, die teilweise fast fünf Jahrzehnte alt sind. Die Entwicklung des neuen Flugzeugs war jedoch von grossen technischen Problemen begleitet, durch die sich das Projekt massiv verzögerte. Erst Ende 2014 bekam die Luftwaffe mit jahrelanger Verzögerung ihre erste Maschine. Insgesamt hat Deutschland 53 Stück bestellt.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte schon vor einigen Wochen auf Schadenersatz gepocht. Laut Vertrag müsse Airbus für jeden Tag zahlen, den die Flieger zu spät kämen. Der Grünen-Haushaltsexperte Lindner hält die geforderte Summe jedoch für zu niedrig. Bei einem Stückpreis von 180 Millionen Euro seien 12,7 Millionen Euro gerade einmal sieben Prozent. "Mit diesem Vorgehen werden die wahren Kosten, die das Desaster um den A400M bei der Bundeswehr verursachen wird, am Ende zu weiten Teilen beim Steuerzahler landen."/ax/DP/stb

(AWP)