BVG-Prämienvolumen der Privatversicherer wächst 2015 nur um 0,7%

Bern (awp/sda) - Lebensversicherer sind immer weniger bereit, Geschäfte der beruflichen Vorsorge (BVG) zu zeichnen. Das geht aus dem neuesten Bericht der Finanzmarktaufsicht Finma zur zweiten Säule der Altersvorsorge hervor, den die Börde am Freitag publizierte. Demnach stieg das Prämienvolumen der acht von der Finma beaufsichtigten Lebensversicherer im Jahr 2015 mit 0,7% auf 24,8 Mrd CHF nur noch sehr geringfügig. Das Wachstum war laut der Aufsichtsbehörde nicht einmal halb so stark wie noch im Vorjahr.
09.09.2016 16:55

Die Gründe für diese Zurückhaltung der Anbieter dürfte in der Kapitalintensität des Geschäfts, den dabei gesetzlich beschränkten Gewinnmöglichkeiten und den im heutigen Kapitalmarktumfeld als hoch erscheinenden obligatorischen Umwandlungs- und Mindestzinssatz liegen, schreibt die Finma im Communiqué. Aus diesem Umstand resultiere, dass viele Vorsorgeeinrichtungen überhaupt keine Vollversicherungslösung mehr fänden, denn die Nachfrage in diesem Bereich übersteigt laut der Finma das Angebot.

Die Gesamterträge der Lebensversicherer im Jahr 2015 sanken im Vorjahresvergleich um 2,1% auf 8,5 Mrd CHF. Davon flossen 92,5% an die Versicherten. Für die Lebensversicherer blieb unter dem Strich mit dem BVG-Geschäft aber dennoch ein positives Betriebsergebnis übrig. Allerdings sank es für die acht in diesem Bereich aktiven Gesellschaften um rund 6,6% auf insgesamt 638 Mio CHF. Das Jahresergebnis aus dem Geschäft der beruflichen Vorsorge fliesst in die Unternehmensgewinne ein, über deren Verwendung die Firmen dann selbst entscheiden.

Die ausgewiesenen Betriebskosten pro Kopf sanken im Vergleich zum Vorjahr durchschnittlich um fünf Prozent. Die Kosten reduzierten sich damit laut der Finma das achte Jahr in Folge. Während die Pro-Kopf-Kosten im Jahr 2007 noch bei 462 CHF lagen, beliefen sich diese im Jahr 2015 auf 337 CHF.

mk

(AWP)