Carl Zeiss Meditec wächst dank starker Geschäfte in Asien

(Ausführliche Fassung) - Der Medizintechnik-Hersteller Carl Zeiss Meditec hat im ersten Geschäftsquartal von einem besonders starken Absatz in Asien profitiert. Damit setzte sich der Trend in der Region fort, diese ist mittlerweile die grösste Umsatzquelle für das Unternehmen. Den Ausblick auf das laufende Jahr bestätigte Carl Zeiss Meditec. Analysten lobten das Zahlenwerk.
10.02.2017 11:47

Der Medizintechnikhersteller habe unter anderem dank guter Geschäfte im Bereich Augenheilkunde positiv überrascht, meinte Commerzbank-Analyst Daniel Wendorff. Die Aktie stieg im Vormittagshandel zuletzt um knapp 2 Prozent, während der TecDax rund 0,7 Prozent im Plus lag.

Der Umsatz stieg im Zeitraum von Oktober bis Ende Dezember um 6,6 Prozent auf 280,0 Millionen Euro, wie das auf Augenheilkunde und Mikrochirurgie spezialisierte Unternehmen aus Jena am Freitag mitteilte. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) legte um gut 37 Prozent auf 44,2 Millionen Euro zu. Ein Teil des Anstiegs geht allerdings auf einen einmaligen Veräusserungsgewinn zurück. Die bereinigte Ebit-Marge stieg auf 13,4 Prozent (Vj. 12,6 Prozent).

Besonders gut lief das Geschäft mit Lasersystemen zur Sehschärfenkorrektur in der grössten Geschäftseinheit, der Augenheilkunde (Ophthalmologie). Hier erzielte der Konzern ein Umsatzplus von 8,5 Prozent auf 207,6 Millionen Euro. In der Sparte Mikrochirugie, in der unter anderem Operationsmikroskope und Visualisierungslösungen vertrieben werden, erlöste der Konzern 72,4 Millionen Euro - ein Plus von 1,6 Prozent.

In Asien legte der Konzern wie schon in der Vergangenheit weiter zu. "Der grösste Anteil davon kommt vom chinesischen Markt", sagte Vorstandschef Ludwin Monz am Freitag anlässlich der Zahlenvorlage zu dpa-AFX. "Wir sind hier sehr wettbewerbsfähig." Carl Zeiss beobachte gegenwärtig, dass die Investitionen im chinesischen Gesundheitswesen leicht rückläufig sind. Bei der Korrektur von Fehlsichtigkeiten, einem wichtigen Umsatzbringer für den Konzern, sei China der wichtigste Markt neben den USA und Südkorea.

In den Vereinigten Staaten wurde das neue Verfahren zur Augenkorrektur, ReLax Smile, im September von der US-Gesundheitsbehörde zugelassen. "Wir haben die Vertriebs- und Serviceinfrastruktur aufgebaut und erhoffen uns einen signifikanten Umsatzeffekt." Er gehe anfänglich von einer jährlich niedrigen zweistelligen Höhe aus. Welchen Einfluss der neue US-Präsident Donald Trump auf den Markt mit Medizingeräten habe, sei schwer vorherzusagen. "Im Moment warten wir ab und beobachten die Lage", sagte Monz.

Für das Geschäftsjahr 2016/17 setzt sich Carl Zeiss Meditec unverändert das Ziel, mindestens im gleichen Masse wie der zugrundeliegende Markt zu wachsen. Die Ebit-Marge soll sich weiterhin innerhalb der auch mittelfristig gültigen Prognosebandbreite von 13 bis 15 Prozent bewegen. Zum Halbjahr werde Carl Zeiss wie üblich eine konkrete Umsatzprognose abgeben, sagte Monz.

Carl Zeiss Meditec ist ein Tochterunternehmen der Carl Zeiss AG, die 65 Prozent hält, und hat circa 2900 Mitarbeiter./stk/ees/stb

(AWP)