Cassiopea wartet auf Studienergebnisse - höherer Verlust in H1

(Zusammenfassung mit Aussagen aus Telefonkonferenz) - Bei Cassiopea richtet sich derzeit die volle Aufmerksamkeit auf die laufenden Studien und deren Ergebnisse, die gegen Mitte kommenden Jahres erwartet werden. Bis dahin dürfte alles erst einmal so bleiben wie es ist - auch operativ. Konkret heisst das: Keine Umsätze, da alle Produkte noch in der Pipeline sind. Entsprechend zehrt das Unternehmen vorerst weiter von seinen Barmitteln.
21.07.2017 11:18

Diese werden in der Medienmitteilung vom Freitag per Stichtag 30. Juni 2017 auf 25,1 EUR beziffert. Ende 2016 lagen sie noch bei 33,7 Mio EUR. "Es bleibt bei früheren Aussagen, dass die Mittel ausreichend sind, um bis Mitte kommenden Jahres die Ergebnisse der Studien mit Winlevi und Breezula abzuwarten", kündigt Cassiopea-CEO Diana Harbort in einer Telefonkonferenz gegenüber Journalisten und Analysten an.

Während bei den Winlevi-Studien die Ergebnisse aus den aktuelle laufenden Phase-II-Studien erwartet werden, soll im Fall der Breezula-Studie eine Zwischenbilanz der angelaufenen Phase-II-Studie gezogen werden. "Wenn diese Auswertungen vorliegen, haben wir eine solide Daten-Basis, um die nächsten Schritte der Gesellschaft zu planen."

NACHDENKEN ÜBER FINANZEN AB MITTE 2018

Spätestens dann werde aber auch über Finanzierungsrunden nachgedacht werden müssen. Denn sollten Die Ergebnisse zu Winlevi positiv ausfallen, müsse über Zulassungsanträge und spätere Markteinführungen nachgedacht werden, die Geld kosten.

Geld dürfte auch die angelaufene Breezula-Studie in den kommenden Monaten mehr und mehr kosten. Darauf hat Cassiopea-CFO Chris Tanner anlässlich der Konferenz vorbereitet. Denn die Patienten-Rekrutierung hierfür sei erst angelaufen.

Dagegen ist die Patienten-Rekrutierung für die Winlevi-Versuchsreihen mittlerweile zu 74% abgeschlossen, wie Harbort erklärt. Bis Ende Jahr sollte sie beendet sein. "Für uns steht bei diesen Versuchen das Ergebnis absolut im Vordergrund, wobei wir sehr sehr vorsichtig bei der Auswahl der Patienten vorgehen", betont die Cassiopea-Chefin. Wie Tanner ergänzt, sei dieses sehr bedachte Vorgehen in der Rekrutierung auch ein Grund, warum man hinter dem ursprünglichen Zeitplan hinterher hinke.

Auf Zahlenseite weist das auf Dermatologieprodukte spezialisierte Pharmaunternehmen für die ersten sechs Monate 2017 einen Verlust in Höhe von 9,3 Mio EUR aus, nach -8,5 Mio EUR im Vorjahreszeitraum.

Die Ausgaben für Forschung & Entwicklung mit knapp 6,5 Mio EUR gegenüber den 6,6 Mio im ersten Halbjahr 2016 kaum verändert. Vertriebs-, Verwaltungs- und sonstige Gemeinkosten betrugen 818'000 EUR nach 1,00 Mio EUR im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Insgesamt beliefen sich die operativen Kosten auf knapp 7,3 Mio EUR nach gut 7,6 Mio im Vorjahreszeitraum.

WENIGER PERSONALKOSTEN - VERLUSTE AUS WECHSELKURSDIFFERENZEN

Die Personalkosten waren mit nun 627'000 nach 961'000 EUR rückläufig. Dies liegt in erster Linie an der gesunkenen Zahl der Mitarbeiter, die Cassiopea per Ende Juni auf sieben nach neun im Vorjahr beziffert. "Wir sind personell sehr schlank aufgestellt", betonen Tanner und Harbort in dem Call.

Derweil haben sich die Finanzkosten des Unternehmens im ersten Halbjahr 2017 gegenüber dem Vorjahr auf knapp 2,3 Mio EUR nach 993'000 mehr als verdoppelt. Laut Präsentation beinhalteten die Finanzkosten in erster Linie Währungsdifferenzen.

Am Stichtag Ende Dezember verfügte das Unternehmen über Barmittel oder Ähnliches in Höhe von 25,1 Mio EUR. Ende Dezember 2016 beliefen diese sich noch auf 33,7 Mio. Wie es in der Mitteilung heisst, hält Cassiopea seine Barmittel vornehmlich in USD.

Investoren reagieren zurückhaltend auf die Daten. Cassiopea-Aktien verlieren gegen 10.10 Uhr 0,9%. Der Gesamtmarkt (SPI) steht zugleich mit 0,06% knapp im Plus.

hr/ra

(AWP)