Cembra-Aktien reagieren mit Kursaufschlägen auf Übernahme im Autoleasing

Die Aktien der Cembra Money Bank ziehen am Mittwochvormittag an. Die Konsumkreditbank hatte vorbörslich die Übernahme der EFL Autoleasing mit ausstehenden Leasing- und Kreditforderungen von rund 280 Mio CHF zu einem nicht genannten Preis bekannt gegeben. Damit kann die Cembra Money Bank ihre Position als Anbieterin von Fahrzeugfinanzierungen ausbauen. Analysten kommentieren die Übernahme positiv.
11.10.2017 10:10

Gegen 10 Uhr notieren die Cembra-Aktien um 1,3% im Plus auf 87,00 CHF, der Gesamtmarkt (SPI) legt gleichzeitig mit +0,13% nur leicht zu. Gehandelt sind in der ersten Stunde gut 40'000 Titel, was etwa 50% des durchschnittlichen Tagesvolumens der letzten Monate entspricht.

Für Vontobel-Analyst Andreas Venditti passt die EFL-Übernahme gut in die Strategie des Unternehmens, durch Übernahmen im Bereich Konsumfinanzierung zu wachen. Der Kauf werde die Kernkapitalquote von Cembra mit rund 1,4 Prozentpunkten belasten, betont er. Nach der Übernahme der Swissbilling im Februar und der im Juli angekündigten Refinanzierung eines Portfolios des Privatkredit-Anbieters eny Finance handle es sich bereits um die dritte Transaktion im laufenden Jahr, erinnert Venditti, der bei seinem "Buy"-Rating für die Cembra-Titel bleibt.

Cembra verfolge nach den Deals mit Swissbilling und eny weiterhin die "Strategie des gemessenen Schrittes", meint ZKB-Analyst Michael Kunz in einem Kommentar. Das sei positiv zu bewerten, weil es das Risikoprofil der Bank nicht verändere. Wegen der Reduktion des Kernkapitals verringere sich allerdings die Dividendenerwartung für 2017 und in geringerem Umfang auch für 2018, gibt er zu bedenken. Dennoch bekräftigt er seine Empfehlung "Übergewichten".

Es handle sich immerhin um die grösste Übernahme von Cembra seit dem Börsengang, betont dagegen Daniel Bischof von Baader Helvea: Diese erhöhe die Kundenforderungen um rund 7%. Den Übernahmepreis schätzt er auf rund 50 Mio CHF. Weil die Kapitalquote von Cembra nach den jüngsten Transaktionen auf rund 18,6% sinke, dürfte die Ausrichtung einer Spezial-Dividende wie für das Jahr 2016 weniger wahrscheinlich werden. Er belässt sein Rating auf "Hold".

tp/rw

(AWP)