Cembra beglückt Aktionäre mit Sonderdividende - Gewinnerwartungen 2016 erfüllt

(Ergänzt um mehr Details) - Die Cembra Money Bank hat im vergangenen Geschäftsjahr einen mehr oder weniger stabilen Umsatz und Gewinn erzielt. Mit dem Ergebnis wurde das oberste Ende der eigenen Guidance je Aktie erreicht und die Aktionäre erhalten eine höhere ordentliche Dividende. Zusätzlich wird noch Überschusskapital ausgeschüttet.
23.02.2017 09:20

Trotz regulatorischer Herausforderungen sei wiederum ein sehr gutes Ergebnis erzielt worden, teilte das auf Konsumkredite spezialisierte Institut am Donnerstag mit. Man habe substanzielle Fortschritte in der weiteren Geschäftsentwicklung erreicht, lässt sich CEO Robert Oudmayer zitieren. Dabei nennt er die bereits bekannte Verlängerung der Partnerschaft mit Migros, den neuen Kreditkartenpartner Fnac sowie die Akquisition von Swissbilling.

Cembra steigerte den Nettoertrag 2016 um 1% auf 394 Mio CHF. Allerdings ging der Zinserfolg, der gut drei Viertel des Geschäftes ausmacht, um 1% auf 297,7 Mio zurück, was einer Nettozinsmarge von 7,2% entspricht. Wegen des per 1. Juli 2016 geltenden tiefere Maximalzins für Konsumkredite und wegen der Negativzinsen sei der Zinsertrag um 4% rückläufig gewesen. Wegen tieferen Refinanzierungskosten und der Rückzahlung eines Darlehens von General Electric reduzierte sich der Zinsaufwand indes um 27%. Damit sei die Bank nun vollständig unabhängig refinanziert.

Höher fiel hingegen der Ertrag aus Kommissionen und Gebühren mit 96,3 Mio (+11%) aus. Die Rückstellungen für Kreditrisiken beliefen sich auf 44,6 Mio. Das entspreche einer zum Vorjahr unveränderten Verlustquote von 1,1% der Forderungen gegenüber Kunden.

INVESTITIONEN IN DIGITALISIERUNG

Der Geschäftsaufwand stieg um 4% auf 167,5 Mio CHF, wobei der Personalaufwand wegen eines höheren Vorsorgeaufwands infolge des tieferen Diskontierungssatzes um 1% auf 100,4 Mio zunahm. Der Sachaufwand stieg gar um 9% auf 67,1 Mio. Hier fielen höhere IT-Kosten und Abschreibungen nach dem Abschluss der IT-Migration auf eine eigenständige Plattform Ende 2015 an.

Die Bank habe weiter in die Digitalisierung investiert, wodurch etwas Personal eingespart werden konnte. Aufgrund der Senkung des Höchstzinssatzes seien Massnahmen zur Kostensenkung ergriffen worden. So reduzierte sich die Anzahl Filialen um sieben auf heute 18. Die Anzahl Kunden stieg um 7% auf 748'000. Das Aufwand/Ertrags-Verhältnis verschlechterte sich auf 42,5% nach 41,5% im Vorjahr.

Damit ging das Ergebnis vor Steuern um 1% auf 181,9 Mio zurück. Bei einer unveränderten Steuerquote von rund 21% sank der Reingewinn unter dem Strich um 1% auf 143,7 Mio CHF. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie - auf das sich auch die bankinterne Gewinn-Guidance bezieht - lag hingegen höher bei 5,10 CHF nach 5,04 CHF im Vorjahr.

AUSSCHÜTTUNG VON ÜBERSCHUSSKAPITAL

Die Aktionäre sollen eine Dividende von insgesamt 4,45 CHF je Aktie erhalten. Diese setzt sich zusammen aus einer um 10 Rappen höheren ordentlichen Dividende von 3,45 CHF (Ausschüttungsquote 68%) sowie einer ausserordentlichen Dividende von 1,00 CHF zur Ausschüttung von Überschusskapital. Letztere wird dem Bilanzgewinn entnommen. Insgesamt wird Überschusskapital im Umfang von rund 28 Mio CHF an die Aktionäre zurückgeführt.

Cembra will neu überschüssiges Tier-1-Kapital jenseits von rund 20% via ausserordentliche Dividenden oder Aktienrückkäufe zurückzuführen, solange keine effizienteren Verwendungsmöglichkeiten bestehen. Bekanntlich ist das Unternehmen laufend auf der Suche nach guten Akquisitionszielen.

Die Zielausschüttungsquote für die ordentliche Dividende von 60 bis 70% des Reingewinns bleibt indes unverändert. Mit einer Tier-1-Kapitalquote von 20% sei Cembra zudem unverändert stark kapitalisiert, heisst es. Mit einem bankinternen Tier-1-Ziel von 18% betrage das Überschusskapital immer noch 76 Mio CHF.

Mit den Ergebnissen hat Cembra die Erwartungen von Analysten erreicht, beim Umsatz sogar leicht übertroffen. Auch eine Sonderdividende war am Markt teilweise antizipiert worden.

TIEFERE GUIDANCE

Die Nettoforderungen gegenüber Kunden gingen indes mit 4,07 Mrd CHF im Vergleich zum Halbjahr um knapp 30 Mio zurück, im Vergleich zu Ende 2015 stiegen sie jedoch um 10 Mio CHF. Die Bank spricht von einem "gedämpften Schweizer Konsumkreditmarkt".

Für das laufende Jahr erwartet Cembra wegen des tieferen Zinsertrags als Folge der reduzierten Höchstzinssätze seit dem 1. Juli 2016 insgesamt einen leichten Rückgang des Nettoertrags. Das Minus sollte teilweise durch höheren Kommissionsertrag aus dem kontinuierlich wachsenden Kreditkartengeschäft ausgeglichen werden. Investitionen in die Digitalisierung würden 2017 zu einem erneut leicht höheren Aufwand/Ertrags-Verhältnis führen, heisst es.

Unter Annahme eines stabilen ökonomischen Umfelds erwartet die Bank ein Ergebnis pro Aktie zwischen 4,70 und 5,00 CHF. Für 2016 lag die Guidance bei 4,80 bis 5,10 CHF.

ys/gab

(AWP)