Cembra-CEO: Konsumkredit-Nachfrage gedämpft - Bedeckt zu Akquisitionen

Zürich (awp) - Der Mitte Jahr durch den Bundesrat gesenkte Höchstzinssatz für Konsumkredite und das wirtschaftliche Umfeld mit Negativzinsen dämpfen laut dem CEO der Cembra Money Bank, Robert Oudmayer, die Nachfrage nach Konsumkrediten. Dennoch erwartet er 2016 "weiterhin insgesamt ein gutes Jahresergebnis", wie er im AWP-Interview sagt. Weiter anhalten werde das schnelle Wachstum im Kreditkartengeschäft, wo die Bank soeben ihren Vertrag mit der wichtigsten Partnerin Migros verlängert hat.
22.11.2016 14:20

Mit dem auf 10% von vorher 15% gesenkten Höchstzins gebe es eine Personengruppe, die sich nicht mehr für ein Darlehen qualifiziere, sagte Oudmayer. Er vermute, dass sich solche Kunden einen Kredite im Ausland beschafften, wo die Zinsen viel höher seien. Gleichzeitig sei die Cembra mit der Senkung ihrer Zinssätze aber auch beim Angebot stärker mit der Konkurrenz zusammengerückt. "Insgesamt sehen wir unsere Wettbewerbsposition gestärkt", meint er.

Für das Gesamtjahr bleibt Oudmayer bei seiner Prognose eines Ergebnisses pro Aktie "am oberen Ende der Bandbreite von 4,80 bis 5,10 CHF" (VJ 5,03 CHF). "Mit unserer Ausschüttungspolitik von 60-70% des Gewinns können die Aktionäre also auch eine gute Dividende erwarten", verspricht er.

Bedeckt gibt sich der Cembra-CEO bezüglich Akquisitionen. Oudmayer hatte bereits Anfang Jahr angekündigt, "Überschusskapital" am liebsten für Übernahmen verwenden zu wollen. "Das Beste für die Investoren wäre es, durch gute Akquisitionen das Ergebnis pro Aktie zu steigern", bekräftigt er im Interview. Allerdings sei Cembra in einer starken Position. "Lässt sich unser Wunsch nach einer Akquisition nicht erfüllen, steht die Ausschüttung an die Aktionäre offen." Ob ein solcher Entscheid schon Ende dieses Jahres oder erst im nächstes Jahr fallen werde, darauf wolle er sich nicht behaften lassen.

Im Kreditkartengeschäft, wo Cembra mit dem Partner Migros innert zehn Jahren "von null auf rund 700'000 Kreditkarten" gewachsen ist, sieht Oudmayer noch keine Verlangsamung. Das Angebot der Cumulus-Karte ohne Jahresgebühr und mit dem Cumulus-Loyalitätsprogramm sei sehr hochwertig. "In der Schweiz gibt es immer noch sehr viele Leute, die für ihre Kreditkarte Jahresgebühr bezahlen."

Bezüglich der neuen Handy-Zahlungslösungen will Cembra als "Smart follower" abwarten, welche Lösung sich durchsetzen wird. Allerdings verhehlt Oudmayer nicht, dass er die Zukunft in der NFC-Technologie ("Near Field Communication") sieht, die auch das kontaktlose Zahlen mit Kreditkarten ermöglicht. "Meines Erachtens liegt die Zukunft bei Zahlungschips in "Wearables" - sei das in einer Uhr, einem Telefon oder etwa auch einem Ring."

(Das vollständige Interview ist auf dem Premium-Dienst von AWP zu lesen.)

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(AWP)