Cembra erhöht im Halbjahr Gewinn - Anpassungen wegen tieferem Maximalzinssatz

(Meldung durchgehend ergänzt)
18.08.2016 09:09

Zürich (awp) - Die auf Konsumkredite spezialisierte Cembra Money Bank hat im ersten Halbjahr 2016 bei einem insgesamt gestiegenen Kreditvolumen den Gewinn weiter verbessert. Wegen der per Anfang Juli 2016 vom Bundesrat verfügten Senkung des Maximalzinssatzes für Konsumkredite hat das Institut ihre Preisgestaltung angepasst und Massnahmen auf der Kostenseite getroffen. Insgesamt erwartet Cembra für 2016 den Gewinn pro Aktie am oberen Ende der bisherigen Prognose.

Im Halbjahr konnte die Cembra Money Bank den Reingewinn um 3% auf 71,8 Mio CHF verbessern, wie die Bank am Donnerstag mitteilte. Insgesamt erzielte das Institut in den ersten sechs Monaten des Jahres einen Nettoertrag von 197,4 Mio CHF, was einem Anstieg von 4% entsprach.

VERBESSERTE REFINANZIERUNG

Der Zinserfolg als grösste Ertragskomponente nahm um 2% auf 150,3 Mio CHF zu, obwohl die Erträge sowohl im Bereich der Privatkredite wie bei den Fahrzeugfinanzierungen abnahmen. Dagegen profitierte die Bank von höheren Zinseinnahmen im Kreditkartengeschäft, vor allem aber von deutlich gesunkenen Zinsaufwendungen (-28%) dank einer vorteilhaften Refinanzierung der Verbindlichkeiten.

Einen deutlichen Anstieg erlebten die Einnahmen aus Kommissionen und Gebühren (+10% auf 47,1 Mio). Grund hierfür waren höhere Gebühren im Kreditkartengeschäft und eine höhere Gewinnbeteiligung aus Versicherungen.

Der Geschäftsaufwand erhöhte sich derweil um 4% auf 84,8 Mio CHF. Der Personalaufwand stieg dabei wegen höherer Vorsorgeaufwendungen, während beim Sachaufwand höhere IT-Kosten und Abschreibungen nach der abgeschlossenen IT-Migration belasteten.

ANHALTENDES KREDITKARTENWACHSTUM

Die Nettoforderungen gegen Kunden stiegen in den ersten 6 Monaten um 1% auf 4,1 Mrd CHF und damit schneller als das Wachstum der Schweizer Wirtschaft, wie Cembra betont. Allerdings ging das Volumen der Privatkredite um 2% auf 1,76 Mrd CHF zurück, während sich die Fahrzeugfinanzierungen erholten (+1% auf 1,67 Mrd).

Ein anhaltendes Wachstum erlebt das Kreditkartengeschäft mit einem Anstieg der Forderungen gegenüber Kunden um 9% auf 0,67 Mrd. Insgesamt erhöhte sich die Zahl der von Cembra ausgegebenen Kreditkarten um 6% auf 693'000 Stück. Cembra gibt in Zusammenarbeit mit der Migros die Cumulus-Kreditkarten aus. Eine Zusammenarbeit mit Conforama sei verlängert worden, zudem wurde mit FNAC ein neuer Kreditkarten-Partner gewonnen.

Mit den Ergebnissen hat die Cembra Money Bank die Erwartungen der Analysten beim Ertrag übertroffen. Da auch der Aufwand höher ausfiel als erwartet, liegt der Reingewinn etwa innerhalb der Schätzungen. Die Experten hatten im Schnitt einen Betriebsertrag von knapp 194 Mio CHF erwartet, den Gewinn hatten sie bei 72 Mio CHF gesehen.

ÜBERSCHÜSSIGES KAPITAL

Weiterhin weist die Cembra Money Bank mit einer Tier-1-Kapitalquote von 20,1% eine starke Kapitalisierung aus. Gegenüber dem eigenen Ziel von 18% beträgt das Überschusskapital nun 78 Mio CHF. Cembra bevorzuge, "dieses Kapital für Akquisitionen im Bereich Konsumfinanzierung einzusetzen, um das Geschäftswachstum zu unterstützen", bekräftigte das Unternehmen frühere Aussagen.

Wegen der per Mitte Jahr geltenden Senkung der Maximalzinsen für Konsumkredite von bisher 15% auf 10% und für Kreditkartenüberzüge auf 12% hat die Bank die Preisgestaltung angepasst und bietet Privatkredite nun bereits ab 7,95% an. Zur Abfederung der potenziellen Konsequenzen seien zudem verschiedene Massnahmen getroffen worden: Unter anderem wurden vier kleinere Filialen geschlossen.

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Cembra weiterhin ein Ergebnis pro Aktie von 4,80 bis 5,10 CHF, dieses soll nun aber "am oberen Ende der Bandbreite" ausfallen. Wegen dem tieferen Maximalzinssatz sei ein Rückgang des Zinsertrags im Bereich Privatkredite zu erwarten, dagegen sollten sich tiefere Refinanzierungskosten und das Wachstum im Kreditkartenbereich positiv auf den Ertrag auswirken. Bei den Wertberichtigungen für Verluste erwartet Cembra eine stabile Entwicklung.

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(AWP)