Cembra erzielt im Halbjahr weniger Gewinn - Tieferer Maximalzins belastet

(Meldung durchgehend ergänzt) - Die Cembra Money Bank hat im ersten Halbjahr 2017 die Senkung des Maximalzinssatzes vom Vorjahr zu spüren bekommen. Trotz einem Wachstum der Kreditforderungen resultierte unter dem Strich ein tieferer Gewinn als noch in der Vorjahresperiode. Für das Gesamtjahr bleibt die Konsumkreditbank bei ihrer Prognose eines etwas tieferen Gewinns pro Aktie als noch im Vorjahr.
25.07.2017 08:40

Der Reingewinn belief sich im ersten Halbjahr 2017 auf 69,4 Mio CHF, was einem Rückgang um 3% entsprach, wie die Konsumkreditbank am Dienstag mitteilte. Insgesamt erzielte das Institut einen ebenfalls um 3% tieferen Nettoertrag von 192,3 Mio CHF. Cembra sei auf die Senkung der Höchstzinssätze vorbereitet gewesen und habe andere Erträge gesteigert, wird CEO Robert Oudmayer in der Mitteilung zitiert.

MEHR GEBÜHRENEINNAHMEN

Der Zinserfolg entwickelte sich in den ersten sechs Monaten mit einem Minus von 8% auf 138,6 Mio CHF klar rückläufig. Neben der Mitte 2016 in Kraft gesetzten Senkung des Maximalzinssatzes für Konsumkredite auf 10% von vorher 15% beeinflusste auch die Zahlung von Negativzinsen auf Guthaben bei der Nationalbank (SNB) das Zinsgeschäft negativ.

Positiv entwickelte sich dagegen der Ertrag aus Kommissionen und Gebühren, der um 14% auf 53,8 Mio CHF zunahm. Der Anstieg war hauptsächlich eine Folge von höheren Gebühreneinnahmen im Kreditkartengeschäft. Die Rückstellungen für Kreditrisiken beliefen sich auf 21,1 Mio CHF. Dies entsprach einer praktisch unveränderten Verlustquote von 1,0% der Forderungen gegenüber Kunden.

Der Geschäftsaufwand verringerte sich in den ersten sechs Monaten um 2% auf 83,3 Mio CHF. Während sich der Personalaufwand (+2%) weiter erhöhte, fiel der Sachaufwand (-7%) wegen reduzierter Marketing- und Mietkosten tiefer aus. Das Aufwand-Ertrags-Verhältnis stieg leicht auf 43,3%. Das Ergebnis vor Steuern belief sich auf 87,9 Mio CHF (-3%).

KUNDENFORDERUNGEN UM 2% GEWACHSEN

Die Nettoforderungen gegen Kunden stiegen gegenüber dem Stand von Ende 2016 um 2% auf 4,17 Mrd CHF an, wobei laut Cembra alle Produkte zum Wachstum beitrugen. Im Privatkreditgeschäft stiegen die Forderungen um 1%. In einem sich "stabil entwickelnden" Automobilmarkt erhöhten sich auch die Forderungen gegenüber Kunden im Bereich der Fahrzeugfinanzierungen um 1%.

Ein starkes Wachstum von 9% verzeichnete die Bank bei den Nettoforderungen gegenüber Kunden im Kreditkartengeschäft. Hier verzeichnete die Bank sowohl ein Wachstum des Kartenportfolios wie auch höhere durchschnittliche Transaktionen sowie eine gestiegene Anzahl Transaktionen. Die Zahl der ausgegebenen Kreditkarten erhöhte sich um 6% oder respektive 41'000 auf rund 768'000 Stück. Die Cembra Money Bank gibt unter anderem mit der Migros die Cumulus-Kreditkarte heraus.

Mit den Ergebnissen bleibt die Cembra Money Bank unter den Erwartungen der Analysten. Diese hatten im Schnitt einen Betriebsertrag von knapp 196 Mio CHF erwartet, den Gewinn hatten sie bei 70,2 Mio CHF gesehen. Die Forderungen gegenüber Kunden hatten die Experten allerdings mit 4,09 Mrd CHF tiefer geschätzt.

KOOPERATION MIT ENY FINANCE

Die Bank hat vergangene Woche eine Vereinbarung mit dem Zürcher Privatkredit-Anbieter eny Finance unterzeichnet, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Danach wird Cembra ein Privatkreditportfolio von eny Finance über 42 Mio CHF refinanzieren und auch zukünftig werde man "teilweise weitere Privatkreditvolumen" finanzieren. Abgewickelt werden die Transaktionen über ein SPV (Special Purpose Vehicle).

Für das laufende Geschäftsjahr bestätigt Cembra die Prognose eines Ergebnisses pro Aktie zwischen 4,70 und 5,00 CHF (VJ 5,10 CHF). Der tiefere Nettozinsertrag solle im laufenden Jahr teilweise durch den höheren Kommissionsertrag aus dem kontinuierlich wachsenden Kreditkartengeschäft kompensiert werden, heisst es. Die Bank werde zudem weiter in die Digitalisierung des Geschäfts investieren, was zu einem leicht höheren Aufwand/Ertrags-Verhältnis führen werde.

tp/cp

(AWP)