Cham Paper verdient im H1 deutlich mehr - Verbesserungen zeigen Wirkung

(Ausführliche Fassung) - Der Spezialpapier-Hersteller Cham Paper Group (CPG) hat im ersten Halbjahr 2017, wie bereits Anfang Juli in Eckdaten angedeutet, einen leicht tieferen Umsatz erzielt. Allerdings zeigten die in den letzten Jahren durchgeführten Effizienzmassnahmen Wirkung und somit fiel das Ergebnis deutlich über dem Vorjahr aus. In die Zukunft blickt das Unternehmen positiv.
17.08.2017 11:19

"Wir hatten in allen Marktsegmenten eine starke Nachfrage und können nun den Fokus vermehrt auf die margenstarken Produkte richten", sagte CEO Susanne Oste in einer Telefonkonferenz am Donnerstag. Der Verbesserungsprozess sei derweil noch lange nicht abgeschlossen, man arbeite aber mit Nachdruck an den "grossen Punkten" im Unternehmen.

UMSATZ GESUNKEN, GEWINN DEUTLICH GESTEIGERT

Der Umsatz fiel um 4,4% auf 99,2 Mio CHF. Dies sei insbesondere tieferen Preisen sowie dem Euro/Franken-Kurs geschuldet. Der Betriebsgewinn auf Stufe EBIT verdoppelte sich indes fast auf 9,9 Mio, was einer Marge von 10% entspricht. Unter dem Strich verblieb ein Reingewinn von 7,1 Mio nach 3,3 Mio im Vorjahr.

Bei der Haupt-Sparte Papier sank der Umsatz um 2,5% auf 91,6 Mio EUR. Die produzierten Mengen lagen ebenfalls knapp unter dem Vorjahresniveau. Dies sei auf die Umstellung der Transjet-Produkte (Digital Imaging) auf eigene Basispapiere zurückzuführen. Dank den Effizienzsteigerungen in der Produktion sowie leicht tieferen operativen Kosten verdoppelte sich das Betriebsergebnis des Geschäftsbereichs Papier auf 9,4 Mio EUR, die Marge erreichte damit 10,3%.

Der Geschäftsbereich Immobilien habe höhere Mieteinnahmen erzielt und sich planmässig entwickelt. Die erzielten Mieteinnahmen aus den Bestandesbauten legten um 28% auf 1,1 Mio CHF zu. Das Betriebsergebnis erreichte 0,5 Mio nach 29'000 CHF im Vorjahr. Die erste Bauetappe auf dem Papieri-Areal dürfte 2020/21 realisiert werden. "Die gesamte Entwicklung wird gut 15 bis 20 Jahre in Anspruch nehmen. Am Ende kann man dann bei einer Vollvermietung von einem Ertrag im Bereich von 30 Mio CHF ausgehen", so Andreas Friederich, Leiter des Bereichs Immobilien.

AUSBLICK POSITIV

Mit Blick nach vorne bleibt das Management für die weitere Entwicklung des Geschäftsjahres optimistisch. Im Geschäftsbereich Papier wird im zweiten Halbjahr mit einer Fortsetzung der positiven Marktnachfrage und weiteren Effizienzsteigerungen in der Produktion gerechnet. Die höheren Zellstoffkosten würden sich jedoch dämpfend auf die Margenentwicklung auswirken. "Der Bereich Papier wird traditionell ein schwächeres zweites Halbjahr haben", sagte CEO Oste. Somit dürfte die EBIT-Marge 2017 eher unter 10% liegen. Insgesamt fühle man sich mit dem angegebenen Zielkorridor einer EBIT-Marge von 5-12% aber derzeit sehr wohl.

Zudem gibt es personelle Funktionsänderungen in der Gschäftsleitung. Ab 1. September übernimmt Luis Mata die Position des CFO der gesamten Gruppe. Er hatte in den vergangenen fünf Jahren die Neuausrichtung des Unternehmens wesentlich mitgestaltet und zuletzt als COO die italienischen Werke geführt. Susanne Oste, Delegierte des Verwaltungsrates und CEO des Geschäftsbereichs Papier, übernimmt die direkte Verantwortung für die Werke, den Verkauf und Innovation.

Am Markt zeigten sich die Titel bei gewohnt tiefen Volumen unverändert bei 380 CHF.

dm/gab

(AWP)