Chef von Alitalia stellt Rettungsplan der Regierung in Rom vor

Der Chef der italienischen Fluggesellschaft Alitalia, Cramer Ball, will am Montag die italienische Regierung treffen, um einen Rettungsplan für die krisengeschüttelte Airline vorzustellen. Der Plan sieht laut Meldungen verschiedener italienischen Medien am Sonntag die Kürzung von 1600 Stellen vor. Der Rotstift soll vor allem beim Bodenpersonal angesetzt werden.
08.01.2017 12:11

Alitalia will seine Verluste in Höhe von einer Million Euro pro Tag eindämmen und einen Neubeginn schaffen. Dabei handelt es sich um die dritte grosse Umstrukturierung bei der Airline nach jenen in den Jahren 2008 und 2014.

Die Airline sammelte 2016 Verluste von 400 Millionen Euro an. Die italienischen Aktionäre der Airline, darunter die Bank UniCredit, drängen laut den Medienberichten auf ein Managementwechsel. Verwaltungsratspräsident Luca Cordero di Montezemolo ist jedoch gegen einen Wechsel an der Spitze.

Eine Geldspritze in Höhe von über einer Milliarde Euro soll Alitalia vor der Pleite retten. Dafür soll auch UniCredit tief in die Tasche greifen. Alitalia CAI, ein Konsortium italienischer Aktionäre, das nach der arabischen Airline Etihad der grösste Aktionär der italienischen Airline ist, beschloss bereits Ende Dezember, Alitalia-Finanzierungen in Höhe von 472 Millionen Euro zur Zahlung der Gehälter des Personals und des Treibstoffs zu gewähren, berichteten italienische Medien. Ziel sei es, den Konkurs der italienischen Airline abzuwenden. UniCredit hält knapp 13 Prozent an Alitalia CAI, Intesa Sanpaolo besitzt gut 20 Prozent. Die Banken eröffneten für Alitalia eine Kreditlinie.

Im März soll die Airline weitere 590 Millionen Euro Finanzierungen erhalten. Damit soll Alitalia in der Lage sein, ihren Entwicklungsplan umzusetzen mit. Die italienische Airline steuert auf einen Sanierungsplan mit Einsparungen in Höhe von 500 Millionen Euro zu. Allein beim Personal sollen 2017 laut den Angaben etwa durch Stellenstreichungen rund 150 Millionen Euro eingespart werden.

(AWP)