Chef von Generikariese Teva nimmt nach Kritik seinen Hut

Der Vorstandschef des weltgrössten Generikaherstellers Teva nimmt nach einer Reihe von Rückschlägen seinen Hut. Erez Vigodman, der seit drei Jahren an der Spitze des israelischen Unternehmens stand, tritt mit sofortiger Wirkung zurück, wie der Konzern am Dienstag mitteilte.
07.02.2017 10:25

Sein Nachfolger wird vorübergehend Verwaltungsratschef Yitzhak Peterburg, der aus diesem Grund seinen Posten in dem Gremium räumen muss. Der frühere Vorstandschef des US-Pharmakonzerns Celgene, Sol Barer, folgt ihm als Vorsitzender des Verwaltungsrats nach.

"Ich glaube, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für mich ist zurückzutreten", äusserte Vigodman. Er beugt sich damit dem Druck von Investoren, die eine Neubesetzung des Managements und umfassende Veränderungen bei dem Unternehmen gefordert hatten.

Vor Vigodman waren bereits der Leiter des Generikageschäfts von Teva und ein Verwaltungsratsmitglied zurückgetreten. Teva beauftragte nun eine Personalberatung mit der Suche nach einem neuen Vorstandschef.

Der weltgrösste Hersteller kostengünstiger Nachahmermedikamente ist durch die verschärfte Konkurrenz in der Branche selbst unter Druck geraten. Kritik zog Teva auch wegen mehrerer Übernahmen auf sich, die Investoren als zu teuer bezeichneten. Darüber hinaus enttäuschte der Konzern Börsianer mit seiner Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Alleine im vergangenen Jahr büssten die Aktien mehr als 40 Prozent ein.

(AWP)