Chemie+Papier steigert Umsatz und dämmt Verlust deutlich ein

(Zusammenfassung mit Aktienschlusskurs) - Die CPH Chemie+Papier Holding (CPH) hat im Geschäftsjahr 2016 mehr umgesetzt und den Verlust gegenüber dem Vorjahr deutlich verringert. Die Dividende wird erhöht. Überzeugt hat erneut der Geschäftsbereich Verpackung, zudem zeigt im Bereich Chemikalien die strategische Neuausrichtung Wirkung. Bei der Papierherstellung operiert die Luzerner Industriegruppe allerdings weiter in den roten Zahlen. 2017 soll der Umsatz insgesamt erneut gesteigert werden und auch beim operativen Ergebnis eine Verbesserung gelingen.
24.02.2017 17:53

Der Umsatz stieg im Berichtsjahr um 3,5% auf 434,8 Mio CHF. Im grössten Geschäftsbereich Papier resultiert zwar ein leichter Rückgang, in den beiden anderen Bereichen Chemie und Verpackung wuchs CPH aber deutlich, wie das Unternehmen am Freitag mitteilt.

Beim Betriebsergebnis auf Stufe EBIT gelang die Rückkehr in die schwarzen Zahlen. Hier resultierte ein Gewinn von 5,9 Mio CHF nach einem Verlust von 21,8 Mio im Vorjahr. "Besonders erfreulich ist die Entwicklung des Bereichs Verpackung, dessen Ergebnis auf einen neuen Höchststand anstieg", wird CEO Peter Schildknecht zitiert.

ZUGPFERD VERPACKUNGSGESCHÄFT

In diesem Geschäftsbereich, in welchem pharmazeutische Verpackungsfolien hergestellt werden, habe man vom weiteren Wachstum der Pharmaindustrie profitiert und erneut Marktanteile gewonnen. Die Verbesserung beim EBIT (+54% auf 9,0 Mio CHF) wird mit höherwertigen Produkten erklärt. Das neue Beschichtungswerk für Barrierefolien in China nahm 2016 planmässig den Betrieb auf und lieferte die ersten Folien an Pharmakunden in der asiatischen Region.

Im Chemikalien-Geschäft ist CPH wieder in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt (EBIT +1,6 Mio CHF vs. -1,8 Mio in 2015). Hier zeigt die neue strategische Ausrichtung offensichtlich Wirkung. Nachdem das Areal in Uetikon am See bekanntlich verkauft wurde, sei die Verlagerung der Produktion von Standardmolekularsieben nach China zur 2016 erworbenen Alsio Technology weitgehend vollzogen, heisst es. Die Neuausrichtung dürfte bis Ende 2017 abgeschlossen sein. Für das laufende Jahr rechnet Schildknecht in diesem Geschäftsbereich mit einer erneuten Umsatz- und Ergebnissteigerung, nachdem 2016 die Rückkehr in die schwarzen Zahlen gelungen ist, wie er gegenüber AWP sagte.

Mi der Papierherstellung verliert CPH weiterhin Geld (EBIT -5,8 Mio CHF vs. -28 Mio in 2015). "Wir produzieren ausschliesslich in der Schweiz, verkaufen aber 80% und mehr im Ausland. Die Frankenstärke ist mit Blick auf die europäischen Mitbewerber für uns weiterhin ein grosses Problem." Zudem präsentiert sich auch die Marktlage nicht optimal, die Preise stünden unter Druck, wie Schildknecht ausführte. Für 2017 rechnet er mit einer weiterhin rückläufigen Nachfrage nach Papier, dies notabene im umsatzmässig grössten Geschäftsbereich. "Das wird sich die nächsten zwei bis drei Jahre wahrscheinlich auch nicht ändern". Gleichwohl zeigt er sich zuversichtlich, dass mit den eingeleiteten Massnahmen zur Effizienzsteigerung 2017 ein ausgeglichenes Ergebnis möglich ist.

VERLUST DEUTLICH EINGEDÄMMT - HÖHERE DIVIDENDE

Unter dem Strich resultiert für die Gruppe insgesamt erneut ein Fehlbetrag, der mit 7,7 Mio CHF aber deutlich geringer als im Vorjahr ausfällt (-33,1 Mio). Der Verwaltungsrat beantragt die Ausschüttung einer leicht höheren Dividende von 0,65 CHF nach 0,60 CHF im Vorjahr.

Für das Geschäftsjahr 2017 stellt das Unternehmen höhere Umsätze und eine leichte Steigerung des operativen Ergebnisses in Aussicht - stabile Papierpreise und Währungsverhältnisse vorausgesetzt. Die Konjunktur in den Zielmärkten deute auf ein weiterhin positives, wenn auch fragiles Wachstum hin, heisst es weiter.

An der Börse warfen die News keine Wellen. Am Freitagnachmittag büsste die wenig liquide CPH-Aktie in einem insgesamt schwachen Gesamtmarkt 0,7% ein. Der Titel war allerdings stark ins Jahr gestartet (+10%) und hatte bereits 2016 den Gesamtmarkt mit +27% abgehängt.

cp/cf

(AWP)