Chinesische Investoren beenden Verhandlungen um Siltronic

PEKING (awp international) - Chinesische Investoren haben ihre Bemühungen um den Halbleiter-Zulieferer Siltronic aufgegeben. Die National Silicon Industry Group (NSIG) hatte nach Berichten eine Mehrheitsbeteiligung an den Münchnern ins Auge gefasst. "Es gibt keine Verhandlungen mehr. Sie sind beendet", sagte am Freitag eine Managerin, die für Investitionsprojekte von NSIG im Ausland zuständig ist, der Deutschen Presse-Agentur in Peking. Die Gründe für den Abbruch der Verhandlungen wollte die Unternehmensvertreterin nicht nennen.
09.12.2016 10:38

Die Shanghaier Firma hatte laut Finanzagentur Bloomberg bereits Mehrheitsaktionär Wacker Chemie kontaktiert, um dessen Anteil von knapp 58 Prozent zu übernehmen. Allerdings seien die Chinesen nicht bereit gewesen, mehr als den aktuellen Marktwert von 1,16 Milliarden Euro zu zahlen, hiess es Ende vergangener Woche. Für Irritationen sorgt auch der wachsende Widerstand in Deutschland und den USA, Technologie nach China zu verkaufen.

Erst am Vortag war der geplante Verkauf des deutschen Spezialmaschinenbauers Aixtron an chinesische Investoren endgültig geplatzt. US-Präsident Barack Obama hatte den Erwerb des US-Geschäfts von Aixtron am Wochenende untersagt. Grund sind Befürchtungen, dass Aixtron-Produkte auch militärisch genutzt werden könnten./lw/DP/fbr

(AWP)