Cicor schreibt wieder Gewinn - Gute Auftragslage stimmt optimistisch

(Zusammenfassung) - Die Industriegruppe Cicor hat 2016 wie erwartet den Sprung zurück in die schwarzen Zahlen geschafft. Mehr Umsatz und ein rekordhoher Auftragseingang trugen zum Turnaround bei. Um zu alter Stärke zurückzufinden setzt das Unternehmen auf eine spezialisierte Produktpalette und Investitionen zur Kapazitätserhöhung.
09.03.2017 17:10

Umsatzseitig legte Cicor im Berichtsjahr um 4,9% zu und verbuchte auf Gruppenebene einen Erlös von 189,5 Mio CHF. Vor allem in der zweiten Jahreshälfte habe sich der Geschäftsgang "wieder zufriedenstellend" entwickelt, sagte der CFO Patric Schoch an der Bilanzmedienkonferenz vom Donnerstag. Das verdanke das Unternehmen neben der Streichung einer ganzen Managementebene vor allem der Fokussierung auf stark nachgefragte Spezialprodukte.

Unter dem Strich konnte ein kleiner Gewinn von rund 0,3 Mio CHF ausgewiesen werden, im Vorjahr betrug der Fehlbetrag noch 4,1 Mio CHF.

SPEZIALISIERUNG VORANTREIBEN

Zwar seien die Kapazitäten gerade in Bereichen wie der Produktfertigung für die Uhrenbranche immer noch nicht ausgelastet, die aktuellen Auftragseingänge in anderen Produktkategorien stimmten die Unternehmensführung aber sehr zuversichtlich, erklärte CEO Alexander Hagemann.

Beispielsweise sei man im Bereich miniaturisierter Kleinteile für Hörgeräte unter dem Namen Dencitec am Markt sehr erfolgreich und plane dort auch weiterhin technologisch führend zu bleiben. Daher investiert Cicor weiter in die Entwicklung und Produktion. Die Fabrikation in Rumänien soll bis Ende 2018 die Kapazitäten weiter erhöhen. Konkret habe man dort bereits für rund 1,9 Mio CHF Land erworben, um das Werk substanziell zu erweitern, so der Finanzchef.

ELEKTRONIKSPARTE AUF WACHSTUMSKURS - UMSATZRÜCKGANG BEI AMS

Nachdem die Electronic Solutions Division (ES) 2015 noch unter der starken Aufwertung des Schweizer Frankens gelitten hatte, verbuchte die Sparte im Berichtsjahr einen Rekordumsatz: Mit 146,7 Mio lagen die Erlöse 12% über dem Vorjahreswert und die Profitabilität stieg um 0,8 Prozentpunkte auf eine Marge von 7,9%.

Dagegen litt die Advanced Microelectronics & Substrates Division (AMS) weiter unter Umsatzrückgang. Die Erlöse sanken um 14% auf 42,8 Mio, da insbesondere der Nachfragerückgang nach Leiterplatten für die Uhrenindustrie einbrach und Lagerbestandskorrekturen eines Kunde aus der Luft- und Raumfahrttechnik negativ zu Buche schlugen. Die Nachfrage nach Mikroelektroniklösungen für die Medizin- und Industrietechnik habe jedoch in der zweiten Jahreshälfte angezogen. Daher resultierte für das Gesamtjahr ein Rückgang der EBITDA-Marge um 3,9 Prozentpunkte auf 6,0%.

POSITIVER AUSBLICK

Mit Blick nach vorne zeigt sich das Management zuversichtlich: So sollen die 2016 umgesetzten Massnahmen zur Restrukturierung und Effizienzsteigerung 2017 wirksam werden. Bereits in den ersten zwei Monaten des neuen Jahres habe man zudem einen starken Start hingelegt.

Die Qualität der Auftragseingänge im laufenden Jahr sei ausserdem "sehr gut", betont der CFO. Der Fokus werde nun auf schnellem Wachstum und höherer Profitabilität in den Werken liegen. Zudem zeigte sich Hagemann überzeugt, dass man "wieder an die Ergebnisse der Jahre 2013 und 2014 angeknüpft" werde.

Im Hinblick auf mögliche Zukäufe fokussiere man sich zudem eher auf grössere Übernahmekandidaten, da die Integrationskosten bei einem 5 Mio CHF Zukauf nicht viel tiefer seien als bei einer Übernahme in der Grössenordnung von 50 Mio CHF, resümierte er.

Trotz der Fortschritte wird der Verwaltungsrat der Generalversammlung aber erneut vorschlagen, auf eine Dividendenausschüttung zu verzichten. An der Börse wurde der Zahlenkranz zudem verhalten aufgenommen. Die Cicor-Titel büssen in einem leicht tieferen Gesamtmarkt (SPI -0,08%) 1,8% ein und notieren auf 41,95 CHF.

sta/mk

(AWP)