Cicor zurück in den schwarzen Zahlen - Erneut keine Dividende

(Durchgehend ergänzt um mehr Details) - Die Industriegruppe Cicor hat im Geschäftsjahr 2016 wie erwartet eine Umsatzsteigerung erwirtschaftet und ist in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Trotz des Turnarounds wird aber auf eine Dividendenausschüttung verzichtet.
09.03.2017 09:10

Der Umsatz stieg im Berichtsjahr um 4,9% auf 189,5 Mio CHF, und währungsbereinigt lag das Wachstum bei 3,3%, wie das in der Elektronikindustrie tätige Unternehmen am Donnerstag mitteilt. Die Gruppe nahm dabei vor allem in der zweiten Jahreshälfte Fahrt auf: So wuchs der Umsatz im zweiten Semester um 9,1% auf 96,5 Mio, wogegen in den ersten sechs Monaten nur eine leichte Zunahme von 0,9% verzeichnet worden war.

Bei den Auftragseingängen wiederum rapportiert Cicor ein kräftiges Plus von 27% auf rekordhohe 223,5 Mio. Den Angaben zufolge konnte das Unternehmen im Berichtsjahr wichtige Neukunden für alle Bereiche gewinnen. Aber auch der Auftragseingang bei bestehenden Kunden sei deutlich gesteigert worden, heisst es.

Die Resultate entsprechen somit den Erwartungen: Mitte Januar hatte das Unternehmen laut ungeprüfter Rechnung ein Umsatzwachstum von rund 5% auf 189 Mio kommuniziert. Der ebenfalls noch ungeprüfte Auftragseingang 2016 war damals mit 220 Mio CHF angegeben worden.

Nach Verlusten im Vorjahr kehrt Cicor auch zurück in die Gewinnzone. Beim EBIT nach Restrukturierungskosten resultierte ein Plus von 2,9 Mio, nach einem Verlust von 1,7 Mio. Vor Restrukturierungskosten stellte sich ein positives Ergebnis von 4,1 Mio (VJ +3,1 Mio) ein. Unter dem Strich wiederum wurde ein Gewinn von rund 0,3 Mio CHF ausgewiesen, gegenüber einem Fehlbetrag von 4,1 Mio im Vorjahr.

ES DIVISION AUF WACHSTUMSKURS - UMSATZRÜCKGANG BEI AMS

Nachdem die Electronic Solutions Division (ES) 2015 unter der starken Aufwertung des Schweizer Frankens gelitten hatte, verbuchte sie im Bilanzjahr einen Rekordumsatz: Mit 146,7 Mio lagen die Erlöse 12% über dem Vorjahreswert. Das schlug sich auch in den operativen Resultaten nieder: So stieg das EBITDA-Ergebnis (vor Restrukturierungen) um 23% auf 11,6 Mio, die entsprechende Marge wurde um 0,8 Prozentpunkte auf 7,9% gesteigert.

Dagegen erlitt die Advanced Microelectronics & Substrates Division (AMS) einen Umsatzrückgang, und zwar um 14% auf 42,8 Mio. Als Gründe dafür nannte Cicor einen weiteren Nachfragerückgang nach Leiterplatten für die Uhrenindustrie sowie Lagerbestandskorrekturen eines Kunden aus der Luft- und Raumfahrttechnik. Die Nachfrage nach Mikroelektroniklösungen für die Medizin- und Industrietechnik habe jedoch in der zweiten Jahreshälfte angezogen.

Das EBITDA-Ergebnis (vor Restrukturierungskosten) stellte sich bei 2,6 Mio ein, verglichen mit 4,9 Mio im Vorjahr. Das entsprechende Ergebnis nach Restrukturierungskosten wird in der Medienmitteilung nicht angegeben.

In der Division sei durch einen Fokus auf Kostensenkungen im zweiten Semester gegenüber dem ersten Halbjahr die EBITDA-Marge (vor Restrukturierungen) bei nahezu unverändertem Umsatz deutlich um 8 Prozentpunkte gesteigert worden, heisst es weiter. Für das Gesamtjahr resultierte jedoch ein Rückgang auf 6,0% nach 9,9%. Das Management erwartet für den AMS-Bereich "im laufenden Geschäftsjahr wieder ein positives Divisionsergebnis." Zum Turnaround beitragen soll dabei auch die Zusammenlegung der Leiterplattenfertigung in Boudry, die 2016 planmässig abgeschlossen worden sei.

POSITIVER AUSBLICK

Mit Blick nach vorne zeigt sich die Gruppe zuversichtlich: So sollen die 2016 umgesetzten Massnahmen zur Restrukturierung und Effizienzsteigerung 2017 wirksam werden, heisst es. Der Fokus werde auf der Beschleunigung des Wachstumskurses, verbesserter operativer Exzellenz in den Werken sowie dem Turnaround der AMS Division liegen. Vor diesem Hintergrund geht das Management davon aus, dass 2017 ein Jahr "mit gutem Umsatzwachstum und klarer Verbesserung der Ergebnisse" sein wird und damit "wieder an die Ergebnisse der Jahre 2013 und 2014 angeknüpft" werden kann.

Trotz der Fortschritte wird der Verwaltungsrat der Generalversammlung aber erneut vorschlagen, auf eine Dividendenausschüttung zu verzichten.

pen/ys

(AWP)