Clariant-Aktie nach Details zum Sabic-Einstieg gesucht

Die Aktien des Spezialitätenchemieherstellers Clariant sind kurz nach Handelsbeginn getrieben von Wachstumsfantasien gesucht. Die Baselbieter gaben am Dienstag Details zum weiteren Vorgehen nach dem Einstieg des saudischen Ankeraktionärs Sabic bekannt. Neben dem Wechsel auf dem Chefposten gibt es aus Analystenkreisen vor allem Lob für die geplante Zusammenlegung von Geschäftsbereichen.
18.09.2018 09:27

Die Namensaktien von Clariant legten bereits im vorbörslichen Handel deutlich zu und notieren gegen 9.20 mit +6,5 Prozent nochmals höher bei 25,60 Franken. Gehandelt wurde bereits das Doppelte eines durchschnittlichen Tagesvolumen. Der breitere Gesamtmarkt gemessen am SPI notiert indes 0,17 Prozent unter dem Schlussstand vom Vortag.

Durch die Neuausrichtung des Portfolios versprechen sich die beteiligten Parteien hohe Synergien. Wie hoch diese ausfallen könnten, bleibe aber abzuwarten, lautet der Tenor der Analysten. Clariant und Sabic peilen Synergien von 100 Millionen Franken in den ersten drei Jahren nach Abschluss der Transaktion an.

Einigkeit herrscht über den als sinnvoll bezeichneten Verkauf des Bereichs Plastics & Coatings. Ebenfalls Anklang finden die neuen Mittelfristziele. Manche Analysten bewerten den neuen Ausblick aber als eher ambitioniert.

So bezeichnet etwa die Bank Vontobel die Anhebung des Margenziels auf 20 Prozent als einen "ehrgeizigen Schritt". Als Begründung führt Vontobel an, dass die Segmente Care Chemicals und Catalysis sowie das neue Segment High Performance Materials am unteren Ende der neuen Zielvorgaben liegen.

Die heutigen News seien aber generell sicherlich positiv zu sehen, da die Details zum Sabic-Deal Unsicherheiten reduzieren würden. Vontobel bleibt indes bei der Empfehlung die Titel zu "Halten" und sieht ein Kursziel von 26 Franken als gerechtfertigt.

Auch die ZKB ist grundlegend positiv gestimmt: "Mit den heute angekündigten Schritten wird sich Clariant in eine ungleich stärkere Marktposition bringen", so das Fazit. Der Spezialitätenchemieherstellers habe nach dem Umbau ein erheblich höheres Wertschöpfungspotenzial. Die Bank bestätigt die Einstufung der Aktien mit "Übergewichten".

sta/cf

(AWP)