Clariant bricht Fusion mit Huntsman ab

Die Chemiekonzerne Clariant und Huntsman werde nicht fusionieren. Man habe den im Mai angekündigten Zusammenschluss unter Gleichen in gegenseitigem Einvernehmen beendet, teilte Clariant am Freitag mit.
27.10.2017 07:15

Eine nicht ganz unerwartete Kehrtwende. Eine Aktionärsgruppe namens White Tale hatte den Deal seit Monaten torpediert und zuletzt ihren Anteil an Clariant auf 20% ausgebaut. Für ein Gelingen der Fusion hätte aber die ausserordentliche Generalversammlung den Deal mit einer Zweidrittelmehrheit der anwesenden Aktienstimmen absegnen müssen.

Die erfolgreiche Durchführung der Fusion sei ungewiss angesichts der erhöhten Unsicherheit, die Zustimmung einer Zweidrittel-Mehrheit der Aktionäre zu bekommen, schreibt denn Clariant auch am Freitag. Zumal die Opposition mittlerweile auch von weiteren Aktionären unterstützt worden sei.

Der Aufhebungsvertrag sehe für keine der beiden Seiten eine Aufhebungszahlung vor. Somit vermeide Clariant sowohl die Abbruchzahlung von 210 Mio USD als auch die Strafzahlung von 60 Mio bei Nichtzustimmung durch die Aktionäre.

Clariant werde sich nun weiter auf ihre erfolgreiche Strategie konzentrieren, um die Marktposition weiter auszubauen.

CEO Hariolf Kottmann erklärt: "Auch wenn White Tale bislang eine andere Haltung zur Fusion vertritt als wir, teilen wir das gemeinsame Interesse, den Wert von Clariant zu steigern." In diesem Sinne werden werde man den Dialog mit allen Anspruchsgruppen fortsetzen.

ra/jr

(AWP)