Clariant-CEO: Zu früh für eine Aussage, in welche Richtung wir nun gehen

Nach dem Abbruch der Fusion mit Huntsman ist Clariant wieder zurück auf Feld eins. "Wir sind wieder auf dem Stand vom letzten Oktober", sagte Konzernchef Hariolf Kottmann am Freitag an einer Telefonkonferenz. Das Unternehmen werde sich nun wieder auf seine eigenständige Strategie konzentrieren.
27.10.2017 08:43

Welchen Weg Clariant in Zukunft einschlagen wird, kann Kottmann aus heutiger Sicht noch nicht benennen. "Es ist zu früh für eine Aussage, in welche Richtung wir nun gehen werden." Gleich wie in der Vergangenheit stünden verschiedene Optionen zur Debatte: Den Weg als eigenständiges Unternehmen, einen Zusammenschluss unter Gleichen oder etwa eine grosse, transformative Akquisition.

Was in der Aufzählung fehlt, ist nach wie vor die Übernahme von Clariant durch einen Mitbewerber. Seit er das Unternehmen leite, sei kein einziges konkretes Übernahmeangebot eingereicht worden, erklärte der CEO zu diesem Thema lediglich. Clariant könne seine Mittelfristziele auch aus eigener Kraft erreichen, betonte der CEO.

Sicher sei, dass Clariant weiter den Weg mit ihm gehen wird: "Ich sehe keinen Grund, das Unternehmen zu verlassen", sagte der CEO.

Den Verkauf der Sparte Plastics&Coatings, wie von White Tale gefordert, lehnt Kottmann nach wie vor ab. "Das ist unsere potentielle Akquisitionswährung", wiederholte er frühere Aussagen.

VORWÜRFE "NONENS"

Der oppositionelle Aktionär White Tale hatte von Clariant das Engagement einer Investmentbank gefordert, um "alle Optionen zu evaluieren". Man werde diese Forderung gerne diskutieren, sagte Kottmann. "Wir können die ganze Übung auch ein drittes oder ein viertes Mal mit denen durchführen", fügte er lakonisch an.

Der Vorwurf von White Tale, Clariant habe sich nicht genügend umgeschaut, sei "Nonsens", stellte Kottmann fest. "Ich habe bis heute nicht herausgefunden, warum White Tale den Deal wirklich verhindern wollte. Ich habe kein einziges logisches Argument gehört."

Kottmann weiss auch nicht, ob der Aktionär mit einem Anteil von nun 20% mit an Bord bleibt, nachdem er sein Ziel erreicht hat. "Ich weiss es nicht, wir müssen jetzt wieder mit ihnen reden." Er schliesst aber nicht aus, dass zumindest der industrielle Partner des Investors, 40 North, eigene strategische Interessen verfolgt.

ra/tp

(AWP)