Clariant hält an Fusion mit Huntsman fest und widerspricht White Tale

Clariant hält an der geplanten Fusion mit dem US-Mitbewerber Huntsman fest und hat diese einmal mehr als strategisch äusserst sinnvoll deklariert. Damit reagiert der Schweizer Spezialchemiekonzern auf einen offenen Brief des Aktionärs White Tale - bestehend aus dem US-Familienunternehmen Standard Industries und dem aktivistischen Hedgefonds Corvex.
19.09.2017 21:38

Der Verwaltungsrat von Clariant habe die Entscheidung bekräftigt, dass der Merger die beste Option sei, um Wert für alle Beteiligten zu schaffen, und er werde nicht von dieser Vereinbarung abweichen, heisst es in einer Mitteilung vom Dienstagabend. Das Schreiben von White Tale beinhalte zudem keine neuen Forderungen, die nicht bereits in der Vergangenheit genannt worden seien - insbesondere keine konkreten Alternativen zur Wertschöpfung.

Seit der Ankündigung der Fusion habe sich die grosse Mehrheit der Aktionäre für den Deal ausgesprochen, so Clariant weiter. Man werde überdies den konstruktiven Dialog mit allen Aktionären beibehalten.

White Tale hatte zuvor bekanntgeben, den Anteil an Clariant mittlerweile auf über 15% ausgebaut zu haben, und in dem offenen Brief die ablehnende Haltung zum Zusammenschluss mit Huntsman bekräftigt.

Clariant stimme den Aussagen aus dem Schreiben nicht zu, heisst es in der Mitteilung weiter. Huntsman sei ein exzellenter "Match" und der Deal würde keineswegs die Aktien von Clariant unterbewerten.

Den von White Tale vorgeschlagenen Verkauf der Division Plastics & Coatings lehnt die Gesellschaft ebenfalls ab. Ein Verkauf wäre angesichts des signifikanten Cash-Beitrags sowie der Kostendeckung wertschädigend, heisst es. Auch seien die von White Tale geforderten Kostensenkungen um weitere 300 Mio CHF, weder nachhaltig noch im Rahmen, was bei vergleichbaren Peers zu sehen sei.

Clariant und Huntsman würden fortfahren, das neue Unternehmen zu definieren, und ein weiteres Update zum Merger solle in den kommenden Wochen veröffentlicht werden.

ys/

(AWP)