Clariant-Investor White Tale hält Druck hoch - Aktien weiter nahe am Jahreshoch

Die Aktien des Spezialchemiekonzerns Clariant zeigen sich zu Wochenauftakt relativ unbeeindruckt von den jüngsten Angriffen des Grossaktionärs White Tale. Dieser will die Fusion mit Huntsman verhindern und liess in einem Interview wissen, man sehe zu diesem Zweck vor, weitere Clariant-Aktionen zu kaufen.
09.10.2017 09:48

Um 09.40 Uhr notieren Clariant Namen praktisch unverändert bei 23,82 CHF, dies in einem ebenfalls stagnierenden Gesamtmarkt. Damit liegen die Papiere immer noch in Griffweite des Jahreshochs von 24,02 CHF, das gerade erst am Freitag erreicht wurde. So viel wurde für die Papiere seit fast 15 Jahren nicht mehr bezahlt.

In einem am Samstag publizierten Interview in der "Finanz und Wirtschaft" liessen die beiden Co-Chief Investment Officer von White Tale wissen, dass sie bereits im Besitz von "deutlich mehr als 15%" der Aktien von Clariant seien und weiter zukaufen würden.

Damit die Transaktion gelingen kann, muss die ausserordentliche Generalversammlung von Clariant mit einer Mehrheit von zwei Dritteln der anwesenden Aktienstimmen dem Vorhaben zustimmen.

Bernstein-Analyst Gunther Zechmann denkt, dass White Tale aktuell 17 bis 18% des Aktienkapitals hält und damit der grösste Anteilseigner vor der Familie der Süd-Chemie-Erben ist. Die nächste meldepflichtige Schwelle läge bei 20%.

Zechmann sieht nach diesem Zeitungsinterview die Wahrscheinlichkeit einer Fusion von Clariant mit Huntsman von 60% auf 40% sinken. Als "Schwellenwert", um die Transaktion definitiv zu Fall bringen, nennt der Analyst einen Wert von 20% der Aktien, die White Tale halten müsste.

Sollte die Fusion tatsächlich platzen, dürften die Clariant-Aktien wieder in den Bereich von 18 CHF zurückfallen, denkt Zechmann. Dazu käme eine "Take-out-Prämie" für den gescheiterten Deal.

Denn würde Clariant an der ao GV eine Niederlage erleiden, müsste an Huntsman eine Break Fee von 60 Mio USD bezahlt werden. Sollte sich Clariant vorher einseitig von der Fusionsvereinbarung lösen, würden sogar 210 Mio fällig. Das sind drei Viertel des letztjährigen Gewinns oder 0,60 CHF je Aktie.

ra/rw

(AWP)