Clariant mit mehr Umsatz und Gewinn - Dividende wird erhöht

(Meldung ausgebaut) - Clariant hat ein turbulentes Geschäftsjahr 2017 mit signifikantem Wachstum und einer leicht höheren Profitabilität abgeschlossen. Der Spezialchemiehersteller hebt in der Folge die Dividende an. Der Ausblick auf das laufende Jahr lautet hingegen gleich wie die letzte Guidance. Zu den jüngsten Geschehnissen im Aktionariat verliert Clariant indes kein Wort.
14.02.2018 08:23

Clariant weist am Mittwoch einen um 9% höheren Umsatz von 6,38 Mrd CHF aus. Vor Einmaleffekten stieg der EBITDA um 10% auf 974 Mio CHF, die Marge vor Sondereffekten lag bei 15,3% und somit wie prognostiziert über dem Wert des letzten Jahres (15,2%). Mit diesen Werten wurden die Analysten-Schätzungen übertroffen.

Unter dem Strich blieb ein Reingewinn von 302 Mio; 2016 lag der Überschuss noch bei 263 Mio. Clariant schlägt der Generalversammlung die Ausschüttung einer um 5 Rappen erhöhten Dividende von 0,50 CHF vor. Die Ausschüttung soll erneut aus der Kapitaleinlage-Reserve erfolgen.

TIEFERER CASH FLOW

Einzig beim operativen Cash Flow ist Clariant etwas schuldig geblieben, fiel dieser doch mit 428 Mio CHF um 218 Mio hinter den Vorjahreswert zurück. Clariant führt dies auf einen vorübergehend höheren Finanzbedarf für Einmalkosten und ein höheres Nettoumlaufvermögen wegen einer starken Nachfrage nach Katalysatoren zum Jahresende zurück.

Die Nettoverschuldung zum Jahresende blieb mit 1,54 Mrd CHF stabil.

WACHSTUM IN ASIEN UND IM MITTLEREN OSTEN

Am stärksten fiel das Wachstum in Lokalwährung laut Clariant in Asien (+12%), im Mittleren Osten und Afrika (+15%) sowie in Europa (+7%) aus. In Asien habe Clariant eine "bemerkenswerte" Umsatzentwicklung in China, Südostasien und Japan festgestellt.

Der Umsatz in Nordamerika stieg um 11%, allerdings hauptsächlich durch Akquisitionen bedingt. In Lateinamerika stagnierte der Umsatz, die Region habe aber in der zweiten Jahreshälfte Anzeichen einer Verbesserung gezeigt.

Nach Geschäftsbereichen betrachtet stechen Natural Resources und Catalysis heraus. Bei Natural Resources (Chemikalien für die Öl- und Bergbauindustrie) stieg der Umsatz dank einer Akquisition um 15% auf 1,36 Mrd CHF, die EBITDA-Marge sank allerdings wegen eines "Preisbewusstseins im Ölmarkt" auf 15,3%. Bei Catalysis, die Katalysatoren für chemische Prozesse herstellt, zogen die Verkäufe um 14% auf 767 Mio an bei einer um 2 Prozentpunkte auf 25,8% verbesserten Marge.

Der grösste Bereich Plastics & Coatings setzte mit 2,68 Mrd CHF 6% mehr um bei einer knapp gehaltenen Marge von 14,5%. Care Chemicals, der Bereich stellt Zusatzstoffe für Waschmittel, Hygieneartikel und Kosmetika her, schliesslich erwirtschaftete einen Umsatz von 1,58 Mrd CHF (+8%) und die Marge sank um 0,4 Prozentpunkte auf 18,4%. Grund dafür seien Anlaufkosten für neue Kapazitäten, man habe aber auch höhere Rohstoffpreise erst mit einer gewissen Verzögerung an die Kunden weitergeben können.

DIE ÜBLICHE GUIDANCE

Für das laufende Jahr rechnen die Muttenzer mit einem nicht näher bezifferten Wachstum in Lokalwährungen sowie einer Verbesserung des operativen Cashflow, des absoluten EBITDA und der EBITDA-Marge vor Einmaleffekten. Somit lautet die Guidance gleich wie die für 2017.

Clariant bestätigt ferner das mittelfristige Ziel, eine Position in der Spitzengruppe der Spezialchemie-Branche zu erreichen. Dies gehe einher mit einer EBITDA-Marge zwischen 16% und 19% und einer Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROIC) über dem Durchschnitt der Peer-Gruppe.

Die jüngsten Entwicklungen im Aktionariat, ein Aktienpaket von 25% ist vom aktivistischen Investor White Tale an die saudische Sabic gegangen, noch mögliche strategische Initiativen finden in der Mitteilung keine Erwähnung.

ra/rw

(AWP)