Clariant und Huntsman sehen sich trotz Widerstand mit Fusion auf Kurs

(Meldung ausgebaut) - Der Chemiekonzern Clariant hält an seinem Ziel fest, die Fusion mit der texanischen Huntsman bis Dezember 2017 oder Januar 2018 abzuschliessen - dies trotz Widerstand aus Investorenkreisen. Für das erste Halbjahr vermeldet der Konzern eine starke Gewinnsteigerung.
27.07.2017 09:00

Clariant und sein amerikanischer Partner haben am Donnerstag in einer Mitteilung erstmals über die Fortschritte bei ihrem Zusammenschluss informiert. Demnach machten die Vorbereitungen für die Fusion zu HuntsmanClariant gute Fortschritte.

Beide Unternehmen zeigten sich überzeugt, dass sie mit der Fusion Synergien im Umfang von 400 Mio USD erzielen können und darüber hinaus 25 Mio an Steuern sparen werden. Durch die Ergänzungen im Produktportfolio sowie bei den Strukturen beider Firmen wird ein zusätzliches organisches Wachstum von rund 2% pro Jahr bei einer EBITDA-Marge von etwa 20% identifiziert.

Seitens der Regulierungsbehörden erwarten die beiden Konzerne keine grösseren Hürden für den Deal. Der Zusammenschluss werde vom ersten Tag an ein Erfolg und die Fusion werde für alle Stakeholder Mehrwert generieren, betont Clariant.

KEIN INVESTOR STELLT SICH GEGEN DEN DEAL

Mit keinem Wort geht Clariant jedoch auf die oppositionellen Aktionäre um White Tale ein. Diese stemmen sich gegen die Fusion und hatten erst vor rund einer Woche ihr Gewicht erhöht, indem sie ihren Aktienanteil auf 10,06% ausbauten. "Wir haben mit allen Aktionären einen regelmässigen Dialog, auch mit White Tale haben wir konstruktive Gespräche", sagte Clariant-Chef Hariolf Kottmann im Gespräch mit AWP.

Kottmann weiss die Gruppe der früheren Südchemie-Aktionäre hinter sich; diese stellt sich auf jeden Fall hinter das Clariant-Management und den Huntsman-Deal. "Ich habe bisher noch keinen langfristigen Investor getroffen, der gegen das Vorhaben stimmen will", betonte Kottmann. Dazu zählten auch die angelsächsischen Investoren Blackrock, Citadel oder Edgepoint. "Was in den Medien zuletzt erzählt wurde, ist frei erfunden."

Kottmann sieht daher keine Veranlassung, die Konditionen des Huntsman-Deals neu zu verhandeln, wie er betonte. Diesen zufolge liegt das Beteiligungsverhältnis der neuen Firma zu 52% bei den heutigen Clariant-Aktionären und zu 48% bei Huntsman.

WACHSTUM IM H1

Darüber hinaus präsentierte Clariant seine Zahlen: Im ersten Halbjahr 2017 haben die Muttenzer den Umsatz in lokalen Währungen um 9% auf 2,90 Mrd CHF erhöht. Organisch lag das Wachstum bei 5%, der Rest kam dank höheren Volumen zustande. Vor Einmaleffekten stieg der Gewinn vor Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 9% auf 482 Mio CHF und erhöhte sich um 0,1 Prozentpunkte auf 15,4%. Der Reingewinn schliesslich legte dank tieferer Finanzierungskosten um 20% auf 153 Mio zu.

Zweistellige Wachstumsraten erzielte Clariant in den Geschäftsbereichen Catalysis und Natural Resources. Nach Regionen betrachtet stieg der Umsatz in Europa um 8%. In Asien betrug das Wachstum 11% zu, was insbesondere auf eine starke Entwicklung in China zurückzuführen sei. In Nordamerika stiegen die Verkäufe um 14%, während sie in Lateinamerika um 3% sanken.

Der Geldfluss aus betrieblichen Aktivitäten erreichte im ersten Halbjahr 116 Mio CHF; 2016 waren von Januar bis Juni 208 Mio zugeflossen. Trotzdem bestätigt Clariant das Ziel, in 2017 mehr freien Cashflow zu generieren. Bestätigt wurde auch der restliche Ausblick für 2017: Wachstum in Lokalwährung sowie eine Verbesserung des absoluten EBITDA und der EBITDA-Marge.

ra/tp

(AWP)