Clariant: White Tale beansprucht VR-Sitze und Ernennung eines Beraters

Bei Clariant kehrt noch keine Ruhe ein. Der Grossaktionär White Tale, welcher die von Clariant geplante Fusion mit Huntsman zu Fall gebracht hat, fordert unter anderem drei Verwaltungsratssitze für sich, wie White Tale am Montag mitteilt. Die Aufgabe der Fusionspläne sei zwar ein erster Schritt in die richtige Richtung, die Arbeit beginne nun aber erst, heisst es. White Tale bekräftigt die Absicht, sich als langfristig engagierter Investor für den Erfolg von Clariant, die Mitarbeiter und für die Schaffung von Mehrwert für die Aktionäre einzusetzen.
30.10.2017 07:30

Die Kommentare seitens des Clariant-Managements seit Freitagabend seien dergestalt, als ob das Engagement von White Tale nicht stattgefunden habe.

Die Aktionärsgruppe White Tale, bestehend aus dem US-Familienunternehmen Standard Industries und dem aktivistischen Hedgefonds Corvex, hatte den Deal seit Monaten torpediert und zuletzt den Anteil an Clariant auf 20% ausgebaut. Am Freitag hatte dann Clariant den Abbruch der Fusionsbemühungen bekanntgegeben.

White Tale fordert nun für sich drei Verwaltungsratssitze, um die strategische Neuausrichtung von Clariant zu begleiten. Ausserdem soll Clariant einen unabhängigen Finanzberater ernennen und dies auch öffentlich ankündigen. Dieser solle alle strategischen Optionen für Clariant ohne Voreingenommenheit prüfen. Dies sei eine Bedingung, um die Glaubwürdigkeit des Managements und des Verwaltungsrats von Clariant wieder herzustellen.

In einem Interview mit der "NZZ am Sonntag" hatte Clariant-VR-Präsident Rudolf Wehrli der Forderung von White Tale nach einer Devestition eine Absage erteilt. Der geforderte schnelle Verkauf der Kunststoff- und Beschichtungssparte sei kein gangbarer Weg, sagte er dazu.

cf/rw

(AWP)