Coltene erhöht die Dividende und bestätigt Mittelfristziele - Aktie sinkt

(Zusammenfassung) - Coltene beglückt seine Aktionäre mit einer markant höheren Dividende und lässt sie damit am verbesserten Ergebnis 2016 teilhaben. Zudem bestätigt der Entwickler und Hersteller von dentalen Verbrauchsmaterialien seine Mittelfristziele. Dennoch stehen die Titel am Donnerstag unter leichtem Abgabedruck.
09.03.2017 15:40

Der Verwaltungsrat von Coltene schlägt eine um 23% erhöhte Dividende von 2,70 CHF pro Aktie vor. Das entspricht einer Ausschüttungsquote von knapp 66%. Am Donnerstag stellte Finanzchef Gerhard Mahrle vor den Medien eine leicht erhöhte Quote "im Bereich von 70%" in Aussicht. Der Umsatz nahm derweil im abgelaufenen Geschäftsjahr um 4% auf 160,7 Mio CHF zu, der Betriebserfolg (EBIT) stieg um 14% auf 23,3 Mio, womit die Marge bei 14,5% lag.

Der Nettogewinn schliesslich kletterte um fast 30% auf 17,3 Mio. Die überproportionale Steigerung des Reingewinns ist gemäss Mahrle einer tieferen Steuerrate und günstigeren Finanzierungskosten zu verdanken.

EUROPA STARK, USA IM ZEICHEN DES LAGERABBAUS, ASIEN KLEIN UND DYNAMISCH

Mit 7,3% am stärksten wuchs die wichtigste Absatzregion Europa, Mittlerer Osten und Afrika (EMEA). Gut liefen die Märkte Frankreich, Grossbritannien, Süd- und Osteuropa. Dazu kam "Nachholbedarf" in ehemaligen Sowjetstaaten. Etwas schwächer fiel das Wachstum in Deutschland aus, wo CEO Martin Schaufelberger von einer "sehr anstrengenden" Konkurrenzsituation sprach, was auch für das laufende Jahr gelte.

Im zweitwichtigsten Markt Nordamerika war der Geschäftsgang von einem mit Grosshändlern vereinbarten Lagerabbau geprägt, sodass der Umsatz leicht rückläufig war. Dieser Effekt geht 2017 ins dritte und letzte Jahr, was die Umsätze erneut belasten werde. Dafür erholten sich die Märkte in Lateinamerika, wo Coltene um 5,9% wuchs. Ein wichtiger Treiber war das frühere Sorgenkind, die brasilianische Vigodent, welche um 13,8% zulegte.

In Asien konnten die Umsätze um 7,1% gesteigert werden. Die Fortschritte seien den ausgebauten Verkaufteams in Schlüsselmärkten und der Eröffnung von Gruppengesellschaften etwa in Japan zu verdanken, heisst es. In den "Zukunftsmärkten" China und Indien steigerte Coltene die Verkäufe um 9 bzw. 17%. In Asien erwartet das Management weiteres Wachstum. Allerdings würden dort nur ausgewählte Produkte verkauft. Ein massgebender Produktionsstandort werde Asien nicht, weil das eine Qualitätsverwässerung mit sich bringen könnte.

Die zweitwichtigste Produktegruppe Prothetik (Zahnersatz) entwickelte sich am besten. Die Umsätze stiegen um 8,5% auf 33,7 Mio CHF stiegen. Dahinter folgen die Endodontie, die u.a. Lösungen für die Wurzelbehandlung anbietet, mit einem Anstieg von 4,9% auf 33,2 Mio und die bedeutendste Produktegruppe Restauration, die mit 2,8% deutlich langsamer auf einen Umsatz von 40,3 Mio wuchs. Der Rest der Verkäufe verteilt sich auf die Bereiche Hilfsmittel, Bohrgeräte, Infektionskontrolle und übrige Anwendungen.

INNOVATION UND DIGITALISIERUNG STEHEN 2017 IM FOKUS

Innovation ist gemäss Management eine "Top-Priorität". Aktuell lanciert Coltene ein Hochglanzmaterial, ein Polierer für Zirkonkronen und ein Ultraschall-Reinigungsgerät. Organisatorisch geht Coltene mit weiterer Digitalisierung in die Zukunft. Ein neues IT-System erlaube das zentrale Verwalten von Marketing- und Produkteinformationen, womit Abläufe optimiert werden können.

Dank neuen Produkten und einer effizienteren Verwaltung können die mittelfristigen Strategieziele bis 2018 erreicht werden, sagte CEO Schaufelberger. So solle die EBIT-Marge um weitere 50 Basispunkte auf 15% gesteigert werden. Zudem wolle Coltene an der positiven Entwicklung des Marktes teilhaben. Der dentale Verbrauchsgütermarkt wächst jährlich mit 2-3%.

An der Börse beissen indes kaum Käufer an. Unter den Analysten besteht ein leicht negativer Tenor. So hat eine Expertin mit mehr Wachstum in den aufstrebenden Märkten gerechnet. Gegen 15.00 Uhr verlieren die Aktien 0,9%, wobei der Gesamtmarkt SPI 0,22% abgibt. Seit Jahresbeginn haben die Titel über 17% zugelegt, deutlich mehr als der SPI.

pr/mk

(AWP)