Commerzbank streicht Tausende Stellen - Dividende fällt aus

(Ausführliche Fassung)
29.09.2016 11:02

FRANKFURT (awp international) - Die Commerzbank will angesichts der schweren Branchenkrise bis 2020 unter dem Strich rund 7300 Vollzeitstellen streichen. Das teilte Deutschlands zweitgrösstes Geldhaus am Donnerstag in Frankfurt mit. 9600 Stellen sollen entfallen, gleichzeitig rund 2300 neue in Wachstumsfeldern entstehen, so dass unter dem Strich rund 38 000 von derzeit rund 45 000 Vollzeitjobs bleiben. Der endgültige Beschluss soll am morgigen Freitag fallen.

Mit den Einschnitten reagiert die Commerzbank auf die Folgen des anhaltenden Zinstiefs und die deutlich verschärften Auflagen der Aufseher. Im ersten Halbjahr brach der Überschuss des teilverstaatlichten Dax -Konzerns im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als 40 Prozent auf 372 Millionen Euro ein.

KONZENTRATION AUF ZWEI SÄULEN

Die Bank will sich künftig auf zwei Säulen konzentrieren - Privatkunden und Firmenkunden. Dazu werden die Segmente Mittelstandsbank und das Investmentbanking gebündelt und das Handelsgeschäft eingedampft. Zudem sollen kleinere Unternehmenskunden sollen künftig vom Privatkundenbereich betreut werden.

Im Zuge der Verkleinerung muss die Bank bereits in der Bilanz für das dritte Quartal Abschreibungen von rund 700 Millionen Euro vornehmen. Deshalb erwartet sie in der Zwischenbilanz einen Verlust. Für das Gesamtjahr rechnet das Institut noch mit einem leichten Überschuss.

UMBAU KOSTET 1,1 MILLIARDEN

Der Umbau soll 1,1 Milliarden Euro kosten. Deshalb will die Bank ihren Aktionären vorerst die Dividende streichen. Mit den nun beschlossenen Einsparungen will der langjährige Privatkundenchef Zielke den Konzern wieder auf Gewinnkurs bringen. Schon unter seinem Amtsvorgänger Blessing hatte die Commerzbank seit 2013 etwa 5000 Stellen abgebaut./enl/stb

(AWP)