Commerzbank-Tochter Comdirect sieht sich in schwierigem Fahrwasser auf Kurs

Die Onlinebank Comdirect hat ein von Niedrigzinsen und ruhigen Finanzmärkten geprägtes Jahresviertel gemeistert. Der Gewinn vor Steuern stieg im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13 Prozent auf 21,5 Millionen Euro, wie die Commerzbank-Tochter am Donnerstag in Quickborn bei Hamburg mitteilte. Unterm Strich blieben 15,5 Millionen Euro übrig. Auf der Handelsplattform Tradegate legte der Kurs gegenüber dem Xetra-Schluss des Vortags leicht zu.
02.11.2017 08:12

"Mit Blick auf das schwierige Marktumfeld haben wir ein sehr ordentliches Ergebnis erzielt", erklärte Vorstandschef Arno Walter. "Das zum Halbjahr verkündete Ergebnisziel für 2017 von 85 Millionen Euro vor Steuern haben wir fest im Blick". Das ist allerdings weniger als die Bank in den beiden Vorjahren verdient hatte.

Der gesamten Branche machen momentan die niedrigen Zinsen und die ruhigen Finanzmärkte zu schaffen - wenn Anleger weniger handeln, entgehen den Geldhäusern Gebühren. Bei der Comdirect kommen erschwerend gestiegenen Kosten hinzu. Das Management begründete den Anstieg in den ersten neun Monaten mit den Aufwendungen für die Integration des übernommenen Finanzportals und Onlinebrokers Onvista, einer Vertriebskampagne und Aufwendungen für die strenger gewordene Regulierung.

Comdirect ist börsennotiert und gehört zu 82 Prozent der Commerzbank , die an diesem Donnerstag (9. November) ihre Geschäftszahlen vorlegt. Im Spätsommer war die Investmentgesellschaft Petrus Advisers bei der Onlinebank eingestiegen und hatte für Unruhe gesorgt. In einem offenen Brief an Commerzbank-Chef Martin Zielke sprach Petrus von Kostenproblemen, einer fehlenden Wachstumsstrategie und einer fragwürdigen Managementvergütung bei Comdirect. Die Commerzbank hatte die Vorwürfe zurückgewiesen./das/she/oca

(AWP)