Condor-Chef: Fraport erweitert Kapazität passgenau für Ryanair

Am Frankfurter Flughafen eskaliert der Streit um den Neukunden Ryanair weiter. Einen Tag vor dem ersten Linienflug des irischen Billigfliegers vom grössten deutschen Drehkreuz warf Condor-Chef Ralf Teckentrup dem Betreiber Fraport vor, die Kapazität passgenau für den neuen Wettbewerber auszubauen.
27.03.2017 14:38

Zum kommenden Winterflugplan werde die maximale Zahl der in einer Stunde möglichen Starts und Landungen von 100 auf 104 hochgesetzt, sagte Teckentrup am Montag in Frankfurt bei einer Veranstaltung der hessischen Unternehmerverbände (VhU). Das sei völlig ungewöhnlich, da dieser so genannte Slot-Eckwert sonst nur zum Sommer erhöht werde. In diesem Jahr plant Ryanair einen massiven Ausbau seines Angebots von 4 Verbindungen im Sommer auf 24 im Winterflugplan. "Es geht darum, dass ein Anbieter so fliegen kann, wie er will", kritisierte Teckentrup.

Lufthansa -Vorstand Harry Hohmeister wiederholte seine Kritik an dem Fraport-Rabattprogramm, das Ryanair und anderen Erstkunden Preisnachlässe bei den Start- und Landegebühren über drei Jahre zugesteht. Die Subventionen griffen in den Wettbewerb ein und seien "standortschädigend", weil etablierte Anbieter Kostennachteile auf Strecken tragen müssten, auf denen Ryanair zusätzlich antritt.

Der Slot-Eckwert beschreibt die Leistungsobergrenze eines Flughafens, die aber nur in Belastungsspitzen erreicht wird. Frankfurt ist laut Planfeststellung bei Vollausbau auf maximal 126 Starts und Landungen in der Stunde ausgelegt. Aktuell kann es stündlich 100 Starts und Landungen geben. Erhöhungen müssen mit der Flugsicherung abgestimmt werden und es muss ausreichend Abfertigungskapazitäten geben./ceb/DP/tos

(AWP)