Continental kauft Oberflächenexperten aus Baden-Württemberg

HANNOVER/WEISSBACH (awp international) - Der Technologiekonzern Continental stärkt seine Industriesparte Conti-Tech mit dem Zukauf des Folienspezialisten Hornschuch. Das Unternehmen aus dem Norden Baden-Württembergs rückt mit der Übernahme unter das Dach des Dax -Konzerns aus Hannover. "Damit stärken wir konsequent und nachhaltig unser globales Geschäft ausserhalb der Automobilindustrie", sagte ContiTech-Chef Hans-Jürgen Duensing am Samstag laut Mitteilung. Bei Hornschuch hiess es, man sei sicher, dass von dem Schritt beide Unternehmen profitieren werden. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Dem Geschäft müssen noch die Kartellbehörden zustimmen.
16.10.2016 14:56

Die Hornschuch-Gruppe mit Sitz in Weissbach bei Heilbronn stellt Verkleidungen für die Innenräume von Autos her. Sie liefert aber auch Folien sowie Kunstleder für die Möbel- und Bauindustrie. Hornschuch erzielte 2015 mit mehr als 1800 Mitarbeitern an vier Standorten in Deutschland sowie den USA einen Umsatz von 410 Millionen Euro.

Hornschuch gehörte laut früheren Angaben aus dem Juli 2016 zu mehr als drei Vierteln dem Finanzinvestor Equistone. Damals war laut Kreisen von einem Kaufpreis von rund 400 Millionen Euro die Rede.

Bei den Oberflächen für die Fahrzeuginnenräume gibt es eine grosse Parallele zur Conti-Tochter Benecke-Kaliko, in die Hornschuch nun integriert werden soll: Benecke-Kaliko kümmert sich etwa um Materialien für Instrumententafeln, Türverkleidungen und Konsolen.

Hornschuch geht auf das Gründungsjahr 1898 zurück. Auch heute noch befindet sich der Stammsitz in Weissbach. Dort ist auch immer noch der Hauptproduktionsstandort des Konzerns. Produziert wird auch in Stolzenau bei Hannover und in Herbolzheim bei Freiburg.

Continental beschäftigt 215 000 Menschen und setzte im ersten Halbjahr 2016 gut 20 Milliarden Euro um. 2,7 Milliarden Euro davon stammten von Conti-Tech, die etwa 42 000 Mitarbeiter beschäftigt./loh/DP/he

(AWP)