Continental-Reifensparte unter Druck - Preiserhöhungen

(Neu: Weitere Details) - Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental hat weiter mit höheren Rohstoffkosten für Kautschuk zu kämpfen. Um diese auszugleichen, sollen die Reifen zwischen drei und fünf Prozent teurer werden. Die bereits angekündigte Preiserhöhung werde sich in der zweiten Jahreshälfte auswirken, sagte Conti-Finanzchef Wolfgang Schäfer am Donnerstag.
03.08.2017 13:14

Continental ist in hohem Masse abhängig vom Geschäft mit den Pneus. Im ersten Halbjahr belasteten die höheren Kosten das Ergebnis mit 300 Millionen Euro. Dennoch fuhr der Hersteller mit den Reifen noch immer mehr als 40 Prozent des operativen Gewinns ein. In der zweiten Jahreshälfte dürften die Rohstoffkosten das Ergebnis nicht mehr so stark belasten. Conti senkte seine Prognose für die Belastung daraus auf insgesamt 450 Millionen Euro in diesem Jahr.

Das Geschäft mit Autoelektronik lief stark, auch weil die Neuzulassungen trotz Dieselkrise und Kartellverdachts gegen mehrere Autobauer zulegten. Die Sparte steigerte ihre Erlöse im ersten Halbjahr um fast zehn Prozent auf rund 13,4 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) legte auf knapp 1,1 Milliarden Euro zu - nach rund 942 Millionen Euro ein Jahr zuvor.

Vor dem Hintergrund erhöhte Continental die Konzern-Umsatzprognose: Die Erlöse sollten im Gesamtjahr um 500 Millionen Euro höher ausfallen als erwartet und damit auf mehr als 44 Milliarden Euro steigen. Die Ergebnisprognose wurde bestätigt. Demnach soll die Marge auf Basis des bereinigten Gewinns vor Zinsen und Steuern im laufenden Jahr den Wert von 10,5 Prozent sicher erreichen. Nach sechs Monaten liegt Conti mit einer bereinigten Marge von 10,7 (Vorjahr: 11,9) Prozent auf Kurs zu diesem Ziel.

Der Umsatz zog in den ersten sechs Monaten um zehn Prozent auf 22 Milliarden Euro an, das bereinigte Ebit sank leicht auf rund 2,33 Milliarden Euro. Unter dem Strich blieben knapp 1,5 Milliarden Euro in der Kasse. Vor Jahresfrist waren es mehr als 1,6 Milliarden Euro.

Im zweiten Halbjahr solle auch das Ergebnis aus dem Reifengeschäft wieder über dem des Vorjahreszeitraums liegen, kündigte Degenhart an. Wie wichtig der Beitrag der Pneus ist, zeigen die Halbjahreszahlen: Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um sieben Prozent auf knapp 5,6 Milliarden Euro, das operative Ergebnis gab dagegen um 12 Prozent auf gut eine Milliarde Euro nach.

Dennoch liegt die Marge noch immer bei 18,5 Prozent - nach 22,6 Prozent im Vorjahreszeitraum. Schäfer betonte, es sei ein "ganz wichtiges Geschäft für uns". Conti zählt weltweit mehr als 230 000 Mitarbeiter; das sind rund 15 600 mehr als noch vor einem Jahr.

An der Börse wirkten sich die Zahlen und die leicht erhöhte Prognose kaum aus. Die Aktie pendelte um den Vortagesschluss. Das Papier konnte sich in den vergangenen Monaten dem negativen Trend der deutschen Autohersteller und auch Zulieferer entziehen. So gaben die Papiere von BMW , Daimler , VW oder auch Schaeffler wegen der Diskussion über die Zukunft des Diesels oder dem seit einiger Zeit schwelenden Kartellverdacht zum Teil deutlich nach. Conti zog seit Ende 2016 dagegen um rund drei Prozent an./tst/DP/zb

(AWP)