Continental senkt Prognosen - Auto- und Zuliefereraktien knicken ein

(Ausführliche Fassung) - Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental muss bei der Prognose für das laufende Jahr zurückrudern. Eine schwächere Nachfrage insbesondere in Europa und China sowie höhere Kosten beispielsweise durch die Umstellung auf Produkte für Hybrid- und Elektroautos belasten. Hinzu kommen Gewährleistungsfälle im Autogeschäft in Höhe von 150 Millionen Euro, auf die der Konzern am Mittwoch aber nicht näher eingehen wollte. Conti-Aktien gerieten stark unter Druck und belasteten den gesamten Sektor.
22.08.2018 12:50

Der Konzernumsatz dürfte daher 2018 bei rund 46 Milliarden Euro vor Wechselkurseffekten liegen, und nicht mehr wie angekündigt bei 47 Milliarden Euro. Den negativen Umsatzeffekt aus Wechselkursen schätzt Continental dabei aktuell auf rund 1 Milliarde Euro. Die bereinigte operative Marge (Ebit-Marge) wird nunmehr bei über 9 Prozent erwartet. Bisher lautete die Prognose auf mehr als 10 Prozent.

Die Conti-Aktie brach nach der Gewinnwarnung im Dax zweistellig ein und lag zuletzt 13 Prozent im Minus. Auch die Papiere der Autobauer Daimler , VW und BMW wurden mit nach unten gezogen. Im MDax gaben die Aktien der Conti-Konkurrenten Schaeffler und Leoni ebenfalls deutlich nach. Auch europaweit ging es mit den Autowerten deutlich nach unten.

Da der Konzern erst vor wenigen Wochen seine Halbjahresbilanz vorgelegt habe, sorge die nun erfolgte Gewinnwarnung um so mehr für Verunsicherung, schrieb Analyst David Lesne von der Schweizer Bank UBS in einer ersten Einschätzung.

Die Autosparte soll laut Continental im Gesamtjahr einen währungsbereinigten Umsatz von 28 Milliarden Euro erzielen und damit eine halbe Milliarde Euro weniger als bislang gedacht. Die bereinigte Ebit-Marge sieht Continental hier nun bei rund 7 Prozent und nicht mehr bei etwa 8,5 Prozent. Bei der Reifensparte dampfte Continental die Umsatzerwartung ebenfalls um eine halbe Milliarde Euro auf nun 18 Milliarden Euro vor Wechselkurseffekten ein, die bereinigte Marge sieht der Konzern mit mehr als 13 Prozent einen Prozentpunkt niedriger.

Continental hatte bereits bei der Halbjahresbilanz vor einem Durchhänger gewarnt und dabei insbesondere auf neue Abgasprüfverfahren verwiesen. Damals war der Konzern aber noch von einem starken Schlussspurt im vierten Quartal ausgegangen, der nun aber ausbleiben wird.

Über das dritte Quartal will Continental am 8. November berichten. Nach ersten Berechnungen ist von einem Ergebnisrückgang auszugehen. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) dürfte laut Continental von 1,1 Milliarden Euro des Vorjahres auf über 700 Millionen Euro sinken. Beim Umsatz erwartet der Hersteller rund 11 Milliarden Euro nach 10,7 Milliarden Euro ein Jahr zuvor./she/tav/jha

(AWP)

 
Aktuell+/-%
BMW I95.56-1.31%
DAX15'603.88-1.94%
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Continental I88.59-4.40%
Volkswagen Vz I187.62-1.63%

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