Conzzeta erzielt weniger Umsatz und Gewinn - Hoffnung für das zweite Halbjahr

(Zusammenfassung mit Aktienschlusskurs)
12.08.2016 18:08

Zürich (awp/sda) - Beim Mischkonzern Conzzeta lagen im ersten Halbjahr Umsatz und Betriebsgewinn tiefer als in der Vorjahresperiode - nicht zuletzt, weil die Immobiliensparte zwischenzeitlich verkauft wurde. Der Konzerngewinn blieb stabil, die einzelnen Segmente entwickelten sich allerdings unterschiedlich. An der Börse wurden die Zahlen mit Abgaben quittiert.

Das grösste Segment Blechbearbeitung (Bystronic) und das kleinste Segment Glasbearbeitung (Bystronic glass) büssten beide an Umsatz ein, während der Sportartikelanbieter Mammut zwar leicht zulegen konnte, aber in der Verlustzone verharrte. Am besten schnitt der Bereich Chemical Specialities (FoamPartner und Schmid Rhyner) ab, wie aus einer Conzzeta-Mitteilung vom Freitag hervorging.

Bystronic erzielte einen Umsatz von 256,8 Mio CHF im Vergleich zu 265,7 Mio in der Vorjahresperiode. Das Betriebsergebnis auf Stufe EBIT sank auf 17,7 Mio von 26,8 Mio deutlich. Die Sparte war mit einem unterdurchschnittlichen Auftragsbestand ins erste Halbjahr 2016 gestartet. Doch im weiteren Verlauf habe der Auftragseingang regional breit abgestützt "deutlich angezogen", hiess es.

Zudem wird Bystronic im zweiten Halbjahr zulegen, weil die Mitte Juli vollzogene Übernahme einer Beteiligung von 51% an DNE Laser im chinesischen Shenzhen im zweiten Halbjahr erstmals konsolidiert werden wird.

MAMMUT WIRD UMGEKREMPELT

Beim kleinsten Segment Glasbearbeitung sank der Umsatz auf 55,2 Mio CHF von 64,8 Mio und das Betriebsergebnis auf Stufe EBIT um mehr als die Hälfte auf 2,1 Mio. Vor allem das Geschäft mit Fahrzeugglas konnte das starke Ergebnis der Vorjahresperiode nicht halten, hingegen hat der Bereich Architekturglas zugelegt.

Beim Sportartikelanbieter Mammut resultierte zwar ein leicht gestiegener Umsatz von 101,4 Mio CHF. Der EBIT ist jedoch nach wie vor rot, auch wenn der Verlust auf 4,5 Mio verkleinert werden konnte. Wie bereits im Vorjahr habe Mammut sowohl unter zu warmem Wetter als auch unter einem "herausfordernden Wettbewerbsumfeld" gelitten.

Derzeit krempelt Conzzeta Mammut um: Am 1. September übernimmt mit Oliver Pabst ein neuer CEO die Bereichs-Verantwortung und das Detailhandelsgeschäft wird neu direkt der Geschäftsleitung unterstellt. Zudem tritt Mammut mit einem eigenen Online-Shop auf.

Von den vier Segmenten der Conzzeta-Gruppe entwickelte sich einzig Chemical Secialities positiv: Der Umsatz kletterte um gut 7% auf 111 Mio CHF und der EBIT gar um rund 40% auf 12,5 Mio. Die EBIT-Marge zog entsprechend um 270 Basispunkte auf 11,3% an.

GEWINN GEHALTEN

Auf Konzernstufe lag der Umsatz mit 524,6 Mio CHF um 3,5% tiefer als vor einem Jahr. Rund die Hälfte dieses Rückgang erklärt sich mit der Abspaltung des Immobilien-Segments Plazza. Über Wechselkurs- und Akquisitionseffekte sei dieser weggefallene Umsatz jedoch kompensiert worden, so die Mitteilung.

Der EBIT sank um rund 28% auf 26,2 Mio CHF, wobei sich die entsprechende Marge um 180 Basispunkte auf 4,8% zurückbildete. Auch dafür ist zu einem wesentlichen Teil die Abspaltung von Plazza verantwortlich. Auf vergleichbarer Basis, also unter Berücksichtigung dieser Abspaltung und von Währungseffekten, liege das Betriebsergebnis 18% tiefer als im Vorjahr. Der Reingewinn reduzierte sich dank eines besseren Finanzergebnisses lediglich um etwas mehr als 1% auf 20,9 Mio.

Der Geschäftsgang im ersten Semester entspreche der "zurückhaltenden Einschätzung des makroökonomischen Umfelds", lässt sich CEO Michael Willome in der Mitteilung zitieren. Conzzeta sei mit unterdurchschnittlichem Auftragsbestand in das Geschäftsjahr gestartet. Umso erfreulicher sei, dass ein "solider Auftragseingang" erarbeitet worden sei. Dieser werde das das Ergebnis im zweiten Halbjahr positiv beeinflussen, prognostiziert er.

An der Börse gaben die Conzzeta-Aktien in einem seitwärts tendierenden Gesamtmarkt um 2,2% nach. Allerdings war der Titel zuletzt sehr gut gelaufen, seit Ende Juni resultierte bis am Donnerstag ein Plus von rund 18%. Die Zürcher Kantonalbank sprach in einem Kommentar von einem ersten Semester mit wenig Dynamik und wertet das Ergebnis insgesamt als leicht negativ.

cf

(AWP)