Conzzeta: FoamPartner-Produktion wegen Rohstoff-Lieferung vorübergehend gestoppt

(Ergänzt um Kommentar und Aktienkurs) - Der Mischkonzern Conzzeta verzeichnet in seiner Schaumstoffsparte FoamPartner Probleme wegen einer schlechten Lieferung von Rohstoffen. Eine mangelhafte Rohstofflieferung durch BASF betreffe auch den Geschäftsbereich FoamPartner, teilt Conzzeta am Mittwoch mit. Um Mitarbeitende, Kunden und Konsumenten vor möglichen Gesundheitsschäden zu schützen, sei deshalb die Produktion und die Auslieferung am Standort Wolfhausen am 6. Oktober gestoppt worden.
11.10.2017 09:55

Grund dafür sei die Lieferung von Toluoldisocyanat (TDI) durch BASF mit einem zu hohen Anteil an potentiell gesundheitsschädigenden und umweltbelastenden Substanzen.

Die wirtschaftlichen Folgen der Massnahmen seien noch nicht abschätzbar, dürften aber weitgehend durch den Lieferanten bzw. seine bestehende Versicherung gedeckt sein, so Conzzeta.

FoamPartner sei am 5. Oktober zusammen mit anderen europäischen Schaumstoffproduzenten über mangelhafte Produktionen im Zeitraum vom 25. August bis zum 29. September informiert worden. Betroffen davon seien auch die Standorte in Deutschland in Duderstadt und Leverkusen. In Leverkusen seien die kontaminierten Chargen sichergestellt und isoliert worden, in Duderstadt dagegen war das Rohmaterial zum Zeitpunkt der Information bereits vollständig verarbeitet. Hier seien die Kunden informiert worden.

Die Chargen im Werk Wolfhausen befanden sich in Produktion, worauf die Herstellung vorübergehend eingestellt, Lieferungen gestoppt und die Kunden informiert wurden. Die vollständige Wiederaufnahme der Produktion ist in den nächsten Tagen geplant.

KAUM MATERIELLE SCHÄDEN ZU BEFÜRCHTEN

Mit dem Segment Chemical Specialties, welches in die beiden Firmen FoamPartners und Schmid+Rhyner aufgeteilt ist, erwirtschaftete Conzzeta im Geschäftsjahr 2016 etwa 220 Mio CHF und damit rund 18% der insgesamt gut 1,2 Mrd CHF.

Entsprechend der relativ geringen Bedeutung für den Konzern zeigt sich denn auch die Zürcher Kantonalbank in einem Kommentar entspannt. Der Schaden sollte durch die Versicherung des Zulieferers gedeckt sein, heisst es in der "Daily Market Opinion" der Bank. Dadurch dürfte Conzzeta kein materieller wirtschaftlicher Schaden entstehen. Die Hauptkonkurrenten seien zudem vom selben Problem betroffen, deshalb dürfte Conzzeta auch keine Marktanteile verlieren. Die Bank bestätigt das Rating "Übergewichten".

An der Börsen fallen die Conzzeta-Aktien gegen 10 Uhr in einem knapp positiven Gesamtmarkt nicht weiter auf und büssen 0,2% ein.

cf/rw

(AWP)