Coronavirus: Klinikbetreiber Fresenius warnt vor möglichen Kapazitätsengpässen

Europas grösster privater Klinikbetreiber Fresenius blickt mit Sorge auf eine weitere Zuspitzung der Lage in der Corona-Krise. "Ich kann nicht garantieren, dass unser Personal und unsere Ausrüstung zum Höhepunkt der Krise ausreichen werden", sagte Vorstandschef Stephan Sturm der "Wirtschaftswoche". Er könne aber versichern, "dass wir alles Menschenmögliche tun werden."
26.03.2020 06:51

Die Entwicklung verlaufe "viel dynamischer" als von ihm erwartet. In Deutschland betreibt der Bad Homburger Konzern unter der Marke Helios 86 Krankenhäuser. In diesen werde derzeit eine "niedrige dreistellige Zahl" an Patienten, die an Covid19 erkrankt sind, behandelt.

Von derzeit rund 28 000 Intensivbetten in Deutschland stünden knapp 1000 in den Helios Kliniken. "Wir werden die Zahl wohl nicht verdoppeln können, aber wir werden sie ganz erheblich steigern", sagte er. "Wir arbeiten daran, Operationssäle bei Bedarf in Intensivstationen umwandeln zu können, und versuchen, zusätzliche Beatmungsgeräte zu beschaffen."

Zudem könne der Konzern im Krisenfall Personal und Ausrüstung dorthin verschieben, wo die Not am grössten sei, sagte Sturm. Hygieneartikel wie Masken und Handschuhe seien ausreichend vorhanden. "Wir haben relativ früh relativ grosse Mengen geordert und auch erhalten. Derzeit sehe ich keinen Engpass."

Fresenius Helios ist nicht nur in Deutschland aktiv, sondern ist über die Tochter Quirónsalud auch in Lateinamerika und Spanien vertreten./zb/stk

(AWP)