Cosmo erhält von Paion US-Lizenzrechte für Remimazolam - zahlt 10 Mio EUR vorab

Aachen (awp) - Das deutsche Spezialitäten-Pharma-Unternehmen Paion AG und die an der Schweizer Börse SIX kotierte Cosmo Pharmaceuticals haben eine Lizenzvereinbarung für Remimazolam abgeschlossen. Demnach erhält eine Cosmo-Tochter die exklusiven Lizenzrechte für die Entwicklung und Vermarktung des Medikamentes in den USA, wie die beiden Unternehmen am Freitagabend mitteilten.
24.06.2016 20:15

Auf Basis der Lizenzvereinbarung erhält Paion den Angaben zufolge eine Vorauszahlung in Höhe von 10 Mio EUR. Darüber hinaus hat Paion Anspruch auf zusätzliche Zahlungen in Höhe von bis zu 42,5 Mio EUR bei Erreichung bestimmter Meilensteine; weiter erhält Paion - nach Erhalt einer Zulassung - bei kommerzieller Vermarktung in den USA gestaffelte, zwischen 20% und 25% liegende Lizenzgebühren auf die Nettoerlöse in den USA, die unter bestimmten Bedingungen angepasst werden können, aber mindestens 15% des Nettoumsatzes betragen.

Gemäss den Bedingungen erhält Cosmo das Recht zur weiteren Entwicklung und Vermarktung von Remimazolam in den USA und trägt alle zukünftigen Kosten, die mit der Marktzulassung und dem Vertrieb zusammenhängen. Paion bleibe jedoch weiterhin für das laufende klinische US-Programm verantwortlich und trage bis zu dessen Abschluss alle damit verbundenen Kosten, heisst es.

COSMO WIRD GRÖSSTER PAION-AKTIONÄR

Paion hat ausserdem - im Rahmen einer Privatplatzierung - die Ausgabe von 5,06 Mio neuen Aktien an eine Finanz-Tochter von Cosmo (mit Namen Granell) beschlossen und erhält so 9,6 Mio EUR. Weitere 0,4 Mio EUR würden zu einem späteren Zeitpunkt investiert, heisst es. Nach Vollzug dieser Platzierung, die nächste Woche stattfinden wird, hält die Cosmo-Tochter rund 9% des ausgegebenen Grundkapitals von Paion.

Das Medikament Remimazolam ist laut Mitteilung ein ultrakurz wirksames intravenöses Benzodiazepin-Sedativum und -Anästhetikum, das sich derzeit in klinischer Phase-III-Entwicklung für Kurzsedierungen befindet. Im menschlichen Körper wird Remimazolam von Gewebe-Esterasen, einer weit verbreiteten Art von Enzymen, zu einem inaktiven Metaboliten abgebaut und nicht über cytochromabhängige Abbauwege in der Leber. Wie bei anderen Benzodiazepinen steht mit Flumazenil ein Gegenmittel zur Verfügung, um bei Bedarf die Sedierung und Narkose des Patienten wieder rasch beenden zu können.

Wirksamkeit und Sicherheit wurden laut Mitteilung bereits in klinischen Studien bei über 1'000 Patienten nachgewiesen. zudem läuft derzeit ein US-Phase-III-Programm für Kurzsedierung. Die bisherigen Daten würden darauf hindeuten, dass Remimazolam einen raschen Wirkeintritt und ein schnelles Abklingen der Wirkung habe und dabei ein günstiges kardiorespiratorisches Sicherheitsprofil besitze.

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(AWP)