Cosmo erhöht Umsatz in H1 deutlich - Kommt mit Pipeline voran

(Meldung durchgehend ausgebaut)
29.07.2016 08:47

Dublin (awp) - Das Pharmaunternehmen Cosmo zeigt sich mässig zufrieden mit der eigenen Entwicklung im ersten Halbjahr. Das an der Schweizer Börse kotierte Unternehmen hat seinen Umsatz in den ersten sechs Monaten 2016 zwar deutlich gesteigert, der Gewinn fiel aber wegen hoher Einmaleffekte im Vorjahr aktuell klar tiefer aus. Auch mit dem Vertriebspartner Valeant zeigt sich Cosmo unzufrieden.

Den Umsatz erhöhte Cosmo im ersten Halbjahr 2016 um 58,3% auf 31,6 Mio EUR, wie es in der Medienmitteilung vom Freitag heisst. Beim Gewinn weist das Pharmaunternehmen für den Berichtszeitraum 5,6 Mio EUR aus. Dass dies nur ein Bruchteil der 237,5 Mio EUR aus dem Vorjahr ist, liegt an dem ausserordentlichen Gewinn von 258,5 Mio EUR, den das IPO der Dermatologie-Tochter Cassiopea im Vorjahr in die Cosmo-Kasse gespült hatte.

KOSTEN DEUTLICH NIEDRIGER

Auf Kostenseite nahmen die Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf 3,5 Mio ab von 13,3 Mio EUR im Vorjahreszeitraum. Auch die Herstellungs- und operativen Kosten lagen klar unter den Vorjahreswerten. Für die geringeren Kosten gebe es zwei Gründe. "Da der prognostizierte Gewinn unter der bonusrelevanten Grenze von 20 Millionen EUR liegt, sind keine prospektive Bonuszahlungen gebucht worden, und da die Mehrheit der klinischen Versuche in der späten Phase III liegen, wurden diese Kosten kapitalisiert", heisst es in der Mitteilung weiter. Die Barmittel (und ähnliches) betrugen nach den ersten sechs Monaten 74,2 Mio EUR nach 71,3 Mio Ende 2015.

"Schliesst man den letztjährigen Finanzgewinn aus der erfolgreichen Platzierung von Cassiopea aus, so erzielten wir ein befriedigendes operatives Resultat", kommentiert CEO Alessandro Della Chà den Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr. Unzufrieden zeigt sich das Management dagegen mit dem Lizenznehmer Valeant. Die Umsätze, die dieser mit dem Mittel Uceris erzielt habe, seien unbefriedigend.

UNZUFRIEDEN MIT LIZENZNEHMER VALEANT

Der kanadische Pharmakonzern Valeant hatte in den vergangenen Monaten immer wieder für negative Schlagzeilen gesorgt - zuletzt mit einer Gewinnwarnung unter dem neuen Chef Joseph Papa. Der Manager war Anfang Mai vom irischen Gesundheitskonzern Perrigo auf den Valeant-Chefsessel gewechselt. Valeant hatte im Februar Fehler bei der Rechnungslegung eingeräumt.

Mit Blick auf die Pipeline hebt Cosmo hervor, dass seit Jahresbeginn die zweite klinische Phase-III-Studie mit Rifamycin zur Behandlung infektiöser Diarrhö erfolgreich abgeschlossen werden konnte. In der von Dr. Falk Pharma durchgeführten Studie seien alle klinischen Endpunkte erreicht worden.

Das Mittel Eleview, eine injizierbare Komposition, mit der Polypen und Adenomas während einer Kolonoskopie sicherer und schneller entnommen werden können, wurde im Berichtszeitraum zur Vermarktung in der EU zugelassen.

RUNDE ANGEBOTSPALETTE

Darüber hinaus sei die Phase-III-Studie mit Methylen Blau in den USA und Europa fast abgeschlossen. Allerdings, so wird der CEO in der Mitteilung zitiert, gehe man mit den Daten dieser Studie sehr vorsichtig um, was zu Verzögerungen geführt habe. "Doch wir sind überzeugt, dass diese sorgfältige Herangehensweise strategisch Sinn macht, da sie zusätzlichen Nutzen stiften wird", wird Chà zitiert.

Cosmo werde die Topline-Ergebnisse bald publizieren, die detaillierten hoffe man dann am Forschungs- und Entwicklungstag präsentieren zu können. Dieser soll im September oder Oktober in Zürich stattfinden. Zusammen mit Eleview sowie dem neu einlizensierten Remimazolam, das für eine schnellere und sicherere Sedierung bei Endoskopien angewendet werden soll, biete man Endoskopisten und Gastroenterologen eine abgerundete Angebotspalette an.

Für den weiteren Geschäftsverlauf peilt Cosmo eine Umsatzsteigerung an. Die operativen Kosten dürften sich ähnlich wie in den ersten sechs Monaten entwickeln. Allerdings plane man die eigene Distributionsorganisation in den USA aufbauen, was zusätzliche Kosten verursachen werde.

hr/tp

(AWP)