Cosmo mit gemischten Zahlen im Halbjahr - Pipeline kommt langsam voran

(Zusammenfassung mit Aussagen von Telefonkonferenz)
29.07.2016 12:55

Dublin (awp) - Für das Pharmaunternehmen Cosmo war das erste Halbjahr 2016 unter dem Strich etwas durchwachsen. Es gab zwar viele positive Aspekte, wie etwa den gesteigerten Umsatz oder auch Marktzulassungen. Dem standen aber die anhaltenden Probleme des Lizenzabnehmers Valeant sowie Verzögerungen bei Pipeline-Projekten gegenüber. Das spiegelt sich auch an der Börse wider. Die Aktien treten mehr oder weniger auf der Stelle.

Besonders unzufrieden zeigt sich CEO Alessandro Della Chà mit dem Lizenzpartner Valeant. Wegen der eigenen Probleme des Konzerns hätten die US-Umsätze mit dem Mittel Uceris gelitten. "Wir sind nicht zufrieden mit der Entwicklung von Uceris im ersten Halbjahr und haben dies gegenüber Valeant auch klar gemacht", so der CEO in einer Telefonkonferenz den teilnehmenden Analysten und Journalisten. Valeant habe das auch verstanden und bereits Vorschläge gemacht, ergänzt Della Chà. In seinen Augen sei es vor allem eine Frage der richtigen kommerziellen Herangehensweise.

VERZÖGERUNGEN BEUNRUHIGEN MANAGER NICHT

Mit Blick auf die Produkt-Pipeline hebt der Manager das Produkt Eleview hervor, das nun auch in der EU die Zulassung erhalten habe - "später als von uns zunächst erwartet". In den USA ist Eleview, eine injizierbare Komposition, mit der Polypen und Adenomas während einer Kolonoskopie sicherer und schneller entnommen werden können, bereits zugelassen. Die US-Markteinführung stellt Della Chà für die erste Hälfte 2017 in Aussicht.

Später als erwartet komme auch die Auswertung für das Diagnose-Mittel Methylene Blue (MB). Das liege aber in erster Linie an der Komplexität der Studie, betonen der CEO sowie der wissenschaftliche Leiter (CSO) Luigi Moro. Ganz sicher sollen die Daten zu dieser Phase-III-Studie nun Ende September vorgestellt werden. Er sei wegen der Verzögerungen nicht beunruhigt, so der CEO. Mit Blick auf die bevorstehenden Daten sei er vielmehr sehr optimistisch. Ein US-Zulassungsantrag ist für das erste Quartal 2017 geplant.

WEITERE STUDIEN MIT RIFAMYCIN

Bleibt noch Rifamycin. Eine Phase-III-Studie bei Patienten mit infektiöser Darmerkrankung Kolitis habe im Berichtszeitraum alle primären und sekundären Ziele erreicht. Die Studie mit dem Antibiotikum war vom Lizenznehmer Dr. Falk Pharma durchgeführt. Es sei die zweite entscheidende Versuchsreihe gewesen und habe somit den Datensatz komplettiert, erklärt der CEO an der Konferenz.

Gleichzeitig kündigt er an, dass Dr. Falk Pharma eine Zwischenanalyse einer Phase-II-Studie vorlegen werde, die der Lizenznehmer aktuell bei Patienten mit der Dickdarmerkrankung Divertikulitis durchführe. In einer weiteren Studie werde Rifamycin derzeit gegen das Reizdarmsyndrom IBSD getestet.

Für die bereits auf dem Markt befindlichen Mittel Lialda/Mezavant erwartet Cosmo auch weiterhin steigende Umsätze. Das Mittel kommt in der Behandlung der chronischen Darmentzündung (Colitis Ulcerosa) zum Einsatz und ist seit 2007 auf dem Markt. Es habe auch im Berichtszeitraum seinen Marktanteil weiter verfestigen können, so Della Chà.

Auch bei Uceris/Cortiment zeigt er sich beim Blick nach vorne zuversichtlich, da für das Mittel noch Markteinführungen in zahlreichen Ländern bevorstehen, in denen es aber bereits zugelassen ist.

GEWINN IM ZEICHEN DES CASSIOPEA-IPOS 2015

Bleibt noch ein Blick auf die Zahlen. Hier erzielte Cosmo in den ersten sechs Monaten vor allem beim Umsatz Erfolge. Die ausgewiesenen 31,6 Mio EUR liegen um mehr als 50% über dem Vorjahreswert. Beim Gewinn weist das Pharmaunternehmen für den Berichtszeitraum 5,6 Mio EUR aus. Dass dies nur ein Bruchteil der 237,5 Mio EUR aus dem Vorjahr ist, liegt an dem ausserordentlichen Gewinn von 258,5 Mio EUR, den das IPO der Dermatologie-Tochter Cassiopea im Vorjahr in die Cosmo-Kasse gespült hatte.

Die Kosten hat Cosmo in der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres auf allen Ebenen gesenkt.

An der Börse werden Zahlen und Aussagen verhalten aufgenommen, wie der gegen 12.00 Uhr unveränderte Kurs von 151,50 CHF zeigt. Der Gesamtmarkt zeigt sich derweil, gemessen am SPI, mit einem Plus von 0,30% freundlich.

hr/tp

(AWP)