Covestro erhöht nach Gewinnsprung Prognose für Gesamtjahr

(Ausführliche Fassung) - Die Bayer -Tochter Covestro blickt nach einem Gewinnsprung mit mehr Zuversicht auf das laufende Jahr. Dank einer starken Nachfrage etwa aus der Auto-, Bau- und Möbelindustrie und einer höheren Auslastung der Anlagen verdiente der Kunststoffspezialist im ersten Quartal deutlich mehr. "Auch für das weitere Jahr sind wir optimistisch und heben unsere Prognose an", sagte Konzernchef Patrick Thomas am Dienstag. Covestro habe einen sehr positiven Start ins Jahr 2017 verzeichnet und auch zu Beginn des zweiten Quartals sei die Nachfrage gut.
25.04.2017 09:26

Im laufenden Jahr rechnet Thomas nun mit einem operativen Gewinn (Ebitda) "deutlich über" dem Niveau des Vorjahres von rund zwei Milliarden Euro. Bisher hatte er ein operatives Ergebnis auf oder über dem Niveau des Vorjahres angepeilt. Auch für das zweite Quartal stellte Thomas eine deutliche Steigerung in Aussicht. Das Mengenwachtum dürfte im laufenden Jahr aber weiter im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich liegen. Mehr Zuversicht zeigte der Manager für den freien Mittelzufluss und die Kapitalrendite.

KRÄFTIGES MENGENWACHSTUM UND DEUTLICH HÖHERE PREISE

Von Januar bis März verzeichnete der Konzern ein starkes Mengenwachstum bei besseren Ergebnissen in allen Segmenten. Insbesondere das Geschäft mit Vorprodukten für Hart- und Weichschaum (MDI und TDI) lieferte ein starkes Mengenwachstum. Hier profitierte der Konzern auch von Engpässen am Markt durch Produktionsausfälle bei Konkurrenten. Auch das Kunststoffgeschäft (Polycarbonat) verzeichnete dank einer höheren Nachfrage der Automobil- und Elektroindustrie ein kräftiges Mengenwachstum in allen Regionen.

Der Umsatz erhöhte sich im ersten Quartal insgesamt um ein Viertel auf 3,59 Milliarden Euro. Höhere Verkaufsmengen (+9,9 Prozent) und auch deutlich höhere Preise (+13,4 Prozent) sorgten für Schwung. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sei um zwei Drittel auf 846 Millionen Euro geklettert. Analysten hatten deutlich weniger auf dem Zettel. Unter dem Strich hat sich der Gewinn mit 468 Millionen Euro (VJ 182) mehr als verdoppelt.

AKTIE GIBT DENNOCH NACH

Am Finanzmarkt kam die Zwischenbilanz zwar im Prinzip gut an: So sprach DZ-Bank-Analyst Peter Spengler etwa von einem exzellenten ersten Quartal. Die Aktien gaben dennoch im frühen Handel um 1,49 Prozent auf 72,74 Euro nach. Mit einem Plus von rund 120 Prozent gehörten die Covestro-Aktien auf Zwölfmonatssicht zu den Favoriten im MDax. Marktbeobachter sprachen nun in einer ersten Reaktion von Gewinnmitnahmen.

"Unsere Zuversicht für das Geschäftsjahr 2017 wurde im ersten Quartal bestätigt", sagte Finanzchef Frank Lutz. Die Strategie, in allen wichtigen globalen Märkten eine starke Präsenz aufzubauen, zahle sich mehr und mehr aus. Die Verteilung von Umsatz und Profitabilität gleiche sich auf den drei wichtigsten Kernmärkten, China, Deutschland und USA, immer mehr an.

Auch nach dem Börsengang im Herbst 2015 hält der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer noch rund 53 Prozent an Covestro. Der Kunststoffspezialist mit weltweit 15 600 Mitarbeitern war zuvor als Bayer MaterialScience bekannt. Die Materialien werden etwa in der Auto-, Bau- und in der Elektroindustrie verwendet. Bayer selbst legt seine Quartalsbilanz an diesem Donnerstag vor./jha/men/fbr

(AWP)