Covestro mit Gewinnwarnung wegen Wettbewerb und Rheinpegel

(Ausführliche Fassung) - Der Spezialchemiekonzern Covestro kann seine Jahresziele nun doch nicht mehr erreichen. Harter Wettbewerb, hohe Kosten infolge des niedrigen Rheinwasserpegels und Rückstellungen vermiesen dem Dax -Konzern den Jahresschluss. Bei den Zielen für das operative Ergebnis, den Bargeldzufluss und das Mengenwachstum muss der Konzern nun zurückrudern, wie Covestro am Dienstag überraschend in Leverkusen mitteilte. Noch Ende Oktober hatte das Management um Chef Markus Steilemann die Ziele bestätigt.
20.11.2018 14:53

Die Aktie rutschte am Dienstag drastisch ab. Sie verloren zuletzt über elf Prozent, zwischenzeitlich lagen sie so tief wie seit Herbst 2016 nicht mehr. Seit ihrem Rekordhoch bei 95,78 Euro im Januar 2018 ging es überwiegend steil bergab für die in den Jahren 2016 und 2017 ausserordentlich stark gelaufenen Papiere. Auch andere Chemiewerte gerieten in Mitleidenschaft, BASF und Evonik verloren ebenfalls deutlich an Wert.

Neben einer schärferen Konkurrenz als gedacht kostete auch der niedrige Wasserstand des Rheins Covestro kräftig Geld, weil Produktionsausfälle bremsten und höhere Logistikkosten anfielen. Das operative Ergebnis (Ebitda) dürfte nun vom Vorjahreswert in Höhe von 3,44 Milliarden Euro leicht sinken statt zulegen. Damit wird der operative Gewinn auch deutlich unter den Markterwartungen landen. Die von Bloomberg bis dato befragten Analysten rechneten bisher etwa mit dem Vorjahreswert.

Grund für die mauen Ergebnisse seien auch Rückstellungen für das eingeleitete Sparprogramm. Covestro will in der Verwaltung die Kosten senken und rechnet sich spätestens für Ende 2021 jährliche Einsparungen von rund 350 Millionen Euro aus. Weltweit sollen dafür auch rund 900 von insgesamt 16 600 Stellen wegfallen.

Das Mengenwachstum wird nur noch im niedrigen einstelligen Prozentbereich erwartet, bisher hielt Steilemann auch noch ein Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich für möglich. Im Kerngeschäft des vierten Quartals dürfte der Konzern aber noch ein leichtes Mengenwachstum erreichen.

Auch beim Bargeldzufluss aus dem laufenden Geschäft wird die bisherige Zielmarke und auch der Vorjahreswert wohl nicht mehr erreicht. Statt der angepeilten über 2 Milliarden Euro wird der operative Free Cashflow voraussichtlich auch leicht unter den Vorjahreswert von 1,84 Milliarden Euro fallen. Entwickeln sich die frei verfügbaren Mittel schwächer, sorgen sich Anleger um die Dividende oder Aktienrückkäufe./men/jha/

(AWP)