Crealogix dank Neukunden wieder in der Gewinnzone - Ausblick bestätigt

(Zusammenfassung) - Im ersten Semester des laufenden Geschäftsjahres ist Crealogix gewachsen und in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Dabei profitierte der Software-Entwickler in der Berichtsperiode von Neukunden. Trotz einem für das zweite Halbjahr etwas tiefer erwartetem Volumen hält das Management am Gesamtjahresausblick fest und formuliert eine mittelfristige Guidance.
21.03.2017 15:48

Von Juli bis Dezember 2016 nahm der Umsatz um gut 28% auf 35,8 Mio CHF zu. Wichtigste Treiber waren gemäss CFO Rolf Lichtin wiederkehrende Umsätze aus der Wartung, dem Support und dem Hosting. Dieses Geschäft wuchs um 53% auf 14,1 Mio. Mit einem Zuwachs von 48% auf 17,6 Mio CHF stiegen auch die Einnahmen aus Lizenzverkäufen überproportional. Auf Stufe Reingewinn erzielte die Gruppe einen Überschuss von 0,7 Mio CHF nach einem Verlust von 1,3 Mio im Vorjahr.

"Crealogix trifft den Nerv der Zeit und ist in den richtigen Nischen tätig", sagte CEO Thomas Avedik am Dienstag in einer Telefonkonferenz zu den Halbjahreszahlen. Zudem hielt er fest, dass die Investitionen in die Applikation "Digital Banking Hub" die gewünschten Resultate zeigten. Damit reagiere das Unternehmen auf die gestiegenen Kundenbedürfnisse im Finanzsektor.

NEUE APPLIKATION ALS "ZENTRALER ERFOLGSFAKTOR"

Der von "unabhängigen Experten" ausgezeichnete "Digital Banking Hub" ermögliche den Benutzern eine einfache Handhabe von Fintech-Anwendungen und Bankdienstleistungen sowie den Datenaustausch mit Dritten. In diesem "persönlichen finanziellen Ökosystem" könnten die Kunden Finanzgeschäfte mit verschieden Finanzinstituten koordinieren - von Börsengeschäften über das Sparkonto bis zur Hypothek.

Gut angekommen sei das Produkt in Grossbritannien, das neben der Schweiz und Deutschland zu Crealogix' Kernmärkten zähle. Auch das Virtual Reality Banking "The ARCs" wurde prämiert und sorge für höhere Produktverkäufe im Ausland. Erstmals bewege sich der Umsatzanteil im Ausland auf derselben Höhe wie die Erlöse in der Schweiz. Mittelfristig soll sich der Auslandanteil über 50% etablieren.

HEIMMARKT BLEIBT WICHTIG

Im Herbst 2016 konnte Crealogix die Privatbank Notenstein La Roche als Kundin gewinnen. Zudem seien bestehende Partnerschaften intensiviert worden. Die Bâloise Bank SoBa, Raiffeisen und die VZ Depot Bank führten im vergangenen Jahr die neuste Version des Digital Banking Hubs ein. Avaloq-Sourcing (vormals B-Source) machte mit ihren Schweizer Kunden UBS-SFS, Gazprombank und Banque du Léman den Schritt auf die neuste Digital Banking Generation von Crealogix.

Im Bereich Zahlungsverkehr sei die Multifinanz-Plattform NOVA bereits bei grösseren Kunden schweiz- und europaweit im Einsatz. Zudem habe das Unternehmen mit Partnern der Finanzindustrie und weiteren Branchen eine Lernplattform entwickelt.

MITTELFRISTZIELE FORMULIERT

Trotz des herausfordernden Umfelds, beispielsweise wegen den Auswirkungen des Brexit auf die Finanzbranche, hält die Gruppe an den Zielen für das Geschäftsjahr 2016/2017 fest. Obwohl die Verkäufe im zweiten Halbjahr etwas zurückgehen dürften, peilt das Management weiter ein zweistelliges Umsatzwachstum und einen "signifikant höheren EBITDA" an.

Mittelfristig, also bis in zwei oder drei Jahren, veranschlagt CEO Avedik ein Umsatzwachstum über 20%, wobei die EBITDA-Marge mindestens 10% betragen solle. Zum Vergleich: Im ersten Semester lag die Marge bereits bei 11,5%.

Crealogix setzt zudem auf die margenstärkeren Produktverkäufe, die heute weniger als 60% des Umsatzes ausmachen. Mittelfristig soll deren Anteil auf über 70% der Umsätze ausgeweitet werden.

Am Berichtstag notieren die Titel gegen 15.15 Uhr 0,8% tiefer bei 118 CHF, während sich der Gesamtmarkt SPI praktisch seitwärts bewegt. Seit Jahresbeginn haben die Valoren rund 12% zugelegt und den SPI damit übertroffen.

pr/ra

(AWP)