Credit Suisse-Aktien gesucht - News vom Investorentag kommen an

Die Aktien der Credit Suisse legen im frühen Handel deutlich zu. Die Grossbank führt am Donnerstag in London ihren diesjährigen Investorentag durch und zeigt sich dabei in einer Mitteilung im Vorfeld zuversichtlich, die vor drei Jahren aufgestellten Ziele zu erreichen. Die meisten Analysten geben sich in ihren Kommentaren zustimmend, wenn auch nicht euphorisch. Die Aussagen etwa zu Kosten und Dividenden sollten die Aktie weiter stützen.
30.11.2017 10:22

Die CS-Aktien legen um 10.15 bei relativ hohen Volumen 2,5% zu auf 16,75 CHF (bisheriges Tageshoch 16,83), dies in einem insgesamt leicht freundlichen Gesamtmarkt (SMI +0,2%).

Der "grosse Wurf", wie er von einigen Marktteilnehmern erwartet wurde, blieb aber aus. "Die Mitteilung zum Investorentag enthält keine dramatischen Überraschungen, präzisiert und verfeinert aber die Ziele der Gruppe", schreibt die ZKB in einem Kommentar. "Keine grösseren Überraschungen" ist der erste Kommentar der Analysten der UBS-Analysten.

Bekanntlich sind die Kosten bei der Credit Suisse seit längerem im Fokus. Die Bank hat heute die Kostenziele für 2017/18 mehr oder weniger bestätigt und neu als Ziel für die Kostenbasis 2019 und 2020 einen Wert von 16,5 Mrd bis 17 Mrd kommuniziert (bei aktuell rund 18 Mrd). Dies kommt bei Analysten gut an.

Baader-Helvea erachtet die Bestätigung der Kostenziele für 2017 und 2018 als ermutigend und verweist darauf, dass in den beiden Folgejahren weitere Fortschritte zu erwarten seien. Ähnlich die ZKB: Mit den vorgelegten Zielen seien auf Basis des aktuellen Wertes weitere Kostensenkungsmassnahmen zu erwarten, was vom Markt positiv aufgenommen werden sollte. Gemäss Morgan Stanley liegt der Konsens für die Kostenbasis derzeit bei rund 17,2 Mrd; dies ergäbe somit ein zusätzliches Sparpotential von rund 500 Mio.

Die Bank Vontobel begrüsst derweil die neu eingeführten ROTE-Ziele (Return on tangible Equity) für die Gruppe. Die CS will gemäss den heutigen Angaben 2019 Werte von 10 bis 11% und 2020 von 11 bis 12% erreichen. Man müsse aber noch genauer analysieren, was die zugrundeliegenden Annahmen der CS seien und wie die Ziele erreicht werden sollen, heisst es bei im Kommentar der Zürcher Privatbank dazu.

Sichtlich Gefallen findet man bei Helvea zudem an den deutlich tieferen Verlustprognosen bei der Special Resolution Unit (SRU) sowie an den Aussagen zur zukünftigen Ausschüttungspolitik. Die Bank will mittelfristig 50% des Gewinns ausschütten, wobei sowohl Spezialdividenden als auch Aktienrückkäufe vorgesehen sind. Die ZKB hatte bisher mit einem Wert von 45% gearbeitet. Laut Citigroup dürfte es bei vielen Analysten bei den diesbezüglichen Schätzungen einen Anpassungsbedarf nach oben geben.

Die meisten Analysten sind für die CS-Aktie weiter relativ optimistisch, wobei sich Baader Helvea mit einem 'Buy' und Kursziel von 20 CHF besonders zuversichtlich zeigt. UBS und Morgan Stanley bewerten den Titel ebenfalls mit 'Buy' oder 'Übergewichten', allerdings bei einem Kursziel jeweils nicht allzu weit vom jetzigen Kurs entfernt. Die ZKB, die ebenfalls zu 'Übergewichten' rät, aber kein spezifisches Kursziel hat, sieht eine erwartete Relativperformance von 8%. Deutlich zurückhaltender ist man lediglich bei Vontobel mit 'Hold' und Kursziel 15,40 CHF.

Der in London stattfindende Investorentag läuft seit 9.30 Uhr (hiesiger Zeit).

uh/ra

(AWP)