Credit-Suisse-Aktien steigen nach soliden Quartalszahlen deutlich

Die Aktien der Credit Suisse haben die Sitzung vom Donnerstag mit deutlichen Gewinnen eröffnet. Auf den ersten Blick legte die zweitgrösste Schweizer Grossbank ein solides Quartalsergebnis vor und erfüllte damit die Erwartungen gut. Positive Erwähnung finden insbesondere die kostenseitigen Fortschritte und der optimistische Ausblick.
02.11.2017 09:47

Die CS-Aktie notiert um 09.40 Uhr 3,9% höher bei 16,25 CHF und damit auf dem bisherigen Tageshoch. Damit steht das Papier weiterhin auf dem höchsten Stand seit Januar 2016, allerdings noch immer rund ein Drittel unter dem Niveau vom Sommer 2015 bzw. kurz nach dem Start von CEO Thiam bei der CS. Die Aktie der UBS legt ebenfalls etwas zu (+0,7% auf 17,03).

Analysten zufolge fiel der Geschäftsertrag der CS im Jahresvergleich zwar etwas schwächer als erwartet aus. Dieser Umstand sei allerdings grösstenteils durch kostenseitige Fortschritte aufgefangen worden. "Die CS kommt kostenmässig gut voran", heisst es etwa bei der ZKB dazu. Auch bei Morgan Stanley ist von einer guten Entwicklung bei den Kosten die Rede. Das Sparprogramm sei "auf Kurs". Insgesamt könnten die Einsparungen gar höher ausfallen als angekündigt.

Beim Vorsteuergewinn sowie beim Reinergebnis erzielte die Grossbank gegenüber dem Vorjahr deutliche Verbesserungen. Für etwas Gesprächsstoff sorgte anfänglich die Zusammensetzung des Vorsteuergewinns. So erlitt die Universalbank Schweiz im Jahresvergleich einen Gewinneinbruch. Auf adjustierter Basis (Einmalfaktor von 350 Mio CHF im Vorjahr) lag das das Ergebnis aber gar leicht über dem Vorjahr und im Rahmen der Erwartungen, meint der ZKB-Analyst. Überhaupt fiel der bereinigte Vorsteuergewinn klar höher aus als geschätzt (15% über Konsens).

Beim Eigenkapital blieben grössere Überraschungen aus. Sowohl die Kernkapitalquote als auch die Leverage Ratio bewegen sich im Rahmen der Erwartungen. Die ZKB spricht von einem "guten Management" bei den RWAs, also den risikogewichteten Assets, dies trotz der Zusatzforderung der Finanzmarktaufsicht Finma. Diese Erhöhung war von der CS allerdings bereits im letzten Quartal angekündigt worden.

Gemäss den UBS-Analysten dürfte der "insgesamt ziemlich optimistische Ausblick" der CS den Aktienkurs etwas beflügeln. Ansonsten fehlt es allerdings etwas an Kurstreibern. Der zuständige Analyst der ZKB wertet das Quartalsergebnis der CS zwar als insgesamt besser als dasjenige der UBS. Grundlegende News, welche den Kurs bewegen sollten, sehe er aber nicht.

Diese grundlegenden News werden erst am Investorentag, der für den 30. November geplant ist, erwartet. Dann dürften auch vermehrt strategische Fragen im Vordergrund stehen, wie sie zuletzt der oppositionellen Hedgefonds RBR von Rudolf Bohli aufgeworfen hat. Dessen Einstieg war auch die treibende Kraft hinter dem Kursanstieg der letzten zwei Monate.

uh/gab

(AWP)