Credit Suisse muss in Singapur wegen 1MDB-Skandal Busse zahlen

(Meldung mit Stellungnahme der CS ergänzt) - Die Singapurer Finanzmarktaufsicht MAS büsst die Credit Suisse (CS) im Zusammenhang mit dem Skandal um den malaysischen Staatsfonds 1MDB. Demnach muss die Grossbank eine Busse von 700'000 Singapur-Dollar (knapp 500'000 CHF) bezahlen. Die Behörde des asiatischen Stadtstaats wirft der Grossbank Verstösse gegen die Geldwäschereibestimmungen vor, wie sie in der Nacht auf Dienstag mitteilte. Des weiteren hat sie Berufsverbote gegen ehemalige Banker der BSI und der Falcon-Bank ausgesprochen.
30.05.2017 10:20

Auch die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma hat ihre vertieften Abklärungen gegen die CS in diesem Fall abgeschlossen. Die Finma hat jedoch kein formelles Verfahren gegen die Grossbank geführt. In einer Stellungnahme schreibt die FINMA, man habe keine systematischen Verstösse festgestellt, "aber die Bank wegen Mängeln im Geldwäschereiabwehrdispositiv schriftlich gerügt".

SCHWACHSTELLEN

Bei der Monetary Authority of Singapur MAS heisst es, die Untersuchungen bei der CS hätten verschiedene Schwachstellen etwa bei der Überprüfung der Kunden und mangelnde Prüfungen der Transaktionen und Aktivitäten von Kunden gezeigt. Allerdings seien keine durchgehenden Mängel entdeckt worden. Neben der CS ist auch das Singapurer Finanzinstitut UOB (United Overseas Bank) mit 900'000 Singapur-Dollar gebüsst worden.

Die CS und die UOB müssen nun unabhängige Gutachter einstellen, welche die Umsetzung von Korrekturmassnahmen beurteilen und gegenüber der MAS bestätigen können. Zudem hat die Behörde die Banken angewiesen, gegen fehlbare Angestellte die angemessenen Disziplinarmassnahmen vorzunehmen. Die Banken unternähmen derzeit entsprechende Massnahmen, heisst es.

Die CS nimmt die Ergebnisse der Prüfung zur Kenntnis und bedauert in einer schriftlichen Stellungnahme vom Dienstag, "dass wir die hohen Standards der MAS und unsere eigenen hohen Ansprüche nicht erfüllt haben". Deshalb werde die Bank alle Gewinne aus den betroffenen Transaktionen für lokale gemeinnützige Projekte spenden. Wie hoch diese Gewinne und folglich die Spende sind, sagte die CS nicht.

LEBENSLANGE BERUFSVERBOTE

Die MAS hat zudem lebenslange Berufsverbote gegen drei frühere Mitarbeitende von Schweizer Banken ausgesprochen. Es handelt sich um zwei ehemalige Singapurer Banker der Tessiner BSI, die inzwischen von der Konkurrentin EFG International übernommen worden ist.

Diese waren von einem Singapurer Gericht im Zusammenhang verurteilt worden. Von einem Berufsverbot betroffen ist zudem der ehemalige Leiter der Singapur-Tochter der Schweizer Privatbank Falcon. Der Schweizer war Anfang Jahr zu einer Haftstrafe und einer Geldbusse verurteilt worden.

Im Zusammenhang mit dem 1MDB-Skandal war die Grossbank UBS im vergangenen Oktober von der MAS mit einer Busse von 1,3 Mio SGD wegen Verstössen gegen die Geldwäschegesetze sanktioniert worden und der BSI und Falcon Private Bank waren von der MAS der Banken-Status entzogen worden.

Die Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma hatte die UBS wegen der 1MDB-Affäre gerügt, bei der Falcon hatte sie einen unrechtmässigen Gewinn von 2,5 Mio CHF eingezogen. Bei der BSI hatte die Finma wegen ihrer Verfehlungen die Auflösung der Bank verfügt.

(AWP)