Credit Suisse: Rudolf Bohli will für Aufspaltung weitere Investoren suchen

Rudolf Bohli bleibt optimistisch, mit seinem Plan nach einer Aufspaltung der Grossbank Credit Suisse durchzukommen. Laut dem Fondsmanger von RBR Capital Advisors, der 0,2% der Anteile am zweitgrössten Schweizer Bankhaus hält, stösst das Projekt auf grosses Interesse.
03.11.2017 15:13

Man konzentriere sich für den Moment auf die grösseren Aktionäre der Credit Suisse, sagte Bohli am Freitag in einem Interview mit den Westschweizer Zeitungen "24 heures" und "Tribune de Genève". Dazu gehören etwa die US-Finanzunternehmen Harris Associates und Black Rock, der qatarische Fonds Qatar Holding, die norwegische Zentralbank sowie die saudische Gesellschaft Olayan Group. Laut Angaben der Bank besitzen diese Firmen jeweils einen Anteil zwischen 4,17 und 5,17%.

INTERNETSEITE FÜR KLEINAKTIONÄRE

Die Kleinaktionäre der Schweizer Grossbank bilden aber die Mehrheit des Aktionariats. Sie will RBR Capital Advisors über eine Internetseite für das Projekt gewinnen. Der Hedgefonds zeigt sich dabei überzeugt, dass sich viele von ihnen melden werden. Nicht zuletzt weil sie gemäss Bohli mit den Leistungen der Pensionskassen unzufrieden sind.

Dem Ziel, den Anteil der Beteiligung auf 900 Mio CHF zu erhöhen, komme man immer näher, sagte Bohli. Bis zum jetzigen Zeitpunkt habe der Fonds RBR Capital Advisors rund die Hälfte seiner 250 Mio CHF zum Erwerb seines Anteil von 0,2% investiert.

Der Hedgefonds plant mit seiner Aktion eine in New York gelistete Investmentbank sowie eine Anlagen- und eine Vermögensverwaltungsgesellschaft. Letztere soll auch Retail-Banking-Aktivitäten umsetzen.

Der Fondsmanager ist überzeugt, das ein zielgerichtetes Unternehmen wie etwa Julius Bär, das sich auf die Vermögensverwaltung fokussiert, besser funktioniert als ein Unternehmen mit integriertem Geschäftsmodell. Laut Bohli könnte der Wert der Credit Suisse von aktuell 40 Mrd CHF mit einer Aufspaltung verdoppelt werden.

CREDIT SUISSE HÄLT AN STRATEGIE FEST

Man habe die Argumente des Fondsmanger gehört und respektiere seine Ansichten, sagte Konzernchef Tidjane Thiam am Donnerstag an einer Telefonkonferenz anlässlich der Publikation der Quartalszahlen. Die Credit Suisse halte aber an ihrem Kurs fest, bekräftige er.

Die Priorität bleibe die Umsetzung der im Jahr 2015 festgelegten strategischen Ziele. Demnach will sich die Bank stärker auf die Vermögensverwaltung konzentrieren und das Investment-Banking redimensionieren.

Die Grossbank hatte im dritten Quartal die guten Ergebnisse des ersten Halbjahres bestätigt. Von Juli bis September erzielte sie einen den Aktionären zurechenbaren Reingewinn von 244 Mio CHF.

cf/

(AWP)